Strategiegruppe III „Gesundes Alter(n)“

1990 frisch gegründet, startete Mecklenburg-Vorpommern als das Bundesland mit der jüngsten Bevölkerung in die Einheit. In wenigen Jahren, so die Prognosen, wird es das Land mit dem höchsten Durchschnittsalter sein.

Eine gravierende Entwicklung, die nüchtern ausdrückt, welchen Herausforderungen sich Land, Kommunen, Institutionen und Unternehmen stellen mussten und weiter stellen müssen. Wie gelingt es in einer immer spärlicher besiedelten, ländlich geprägten Region die Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsleistungen, Wohnungen, Bildungs-, Verkehrs- und Infrastrukturangeboten zu sichern? Wie können Unternehmen im Land ihren Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften sichern?

Zugleich steckt in diesem Prozess eine besondere Chance. Die Verhältnisse, wie sie heute auf Mecklenburg-Vorpommern vorzufinden sind, werden früher oder später auch andere Regionen Deutschlands und Europas treffen. Folglich werden Konzepte, Lösungen und Produkte, die sich hier bewährt haben, eine große Nachfrage erleben.

Das Gestaltungsfeld „Gesundes Alter(n)“ des „Masterplan Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2020“ beschreibt Produkte und Dienstleistungen für die ältere Bevölkerung als einen Markt mit stark wachsender Bedeutung für das Bundesland. Das betrifft nicht nur die Gesundheitswirtschaft, sondern eine Vielzahl von Branchen, deren Produkte und Leistungen dem Erhalt bzw. der Verbesserung und Wiederherstellung der Lebensqualität dienen und besonders von älteren Menschen, aber zunehmend auch von Menschen, die sich auf das Alter vorbereiten, erworben oder in Anspruch genommen werden.

Handlungsfeld Gesundes Alter(n)

Der Masterplan Gesundheitswirtschaft 2020 des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat das Themenfeld Gesundes Alter(n) als eines von fünf Handlungsschwerpunkten identifiziert und gibt Handlungsempfehlungen für die gezielte Entwicklung der Gesundheitswirtschaft des Landes in diesem Bereich. Ziel der Aktivitäten

  • Bündelung der Forschungsaktivitäten und Untersetzung durch Initiierung eines Landesforschungsschwerpunktes
  • Vermarktung von Mecklenburg-Vorpommern als „Land der Generationen“
  • Initiierung von Leitprojekten für die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen durch Unternehmen und Forschungseinrichtungen
  • Nutzung der wirtschaftlichen Potenziale im Pflegebereich

Für die Umsetzung dieser Zielstellungen engagiert sich eine eigene Strategiegruppe des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Wirtschaftliches Potenzial bieten sich entsprechend Unternehmen aus Pflege, Gesundheitshandwerk und technologieorientierten Unternehmen, insbesondere in eHealth. Die Strategiegruppe wirkt mit daran, auch die Forschungsaktivitäten in diesem Bereich zu bündeln. Ein wesentliches Element ist ebenfalls die Vermarktung von Mecklenburg-Vorpommern als „Land der Generationen“.

Leitung der Strategiegruppe

  • Prof. Dr. Wolfram Mittelmeier, Universitätsmedizin Rostock
  • Friedrich Wilhelm Bluschke, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. (Stellvertretung)

Leitprojekte und Aktivitäten

Forum „Gesundes Alter(n)“

Der demografische Wandel ist ein Thema mit Brisanz. Wie kaum eine zweite Region ist Mecklenburg-Vorpommern von den demografischen Veränderungen betroffen. 1990 war es das Land mit der jüngsten Bevölkerung, für 2020 wird angenommen, dass es das Land mit der ältesten Bevölkerung sein wird. Das Plus an Lebenszeit ist auf jeden Fall als Gewinn anzusehen - Ziel muss es nun sein, daraus ein Plus an aktiver und gesunder Lebenszeit werden zu lassen. BioCon Valley®unterstützt die Akteure im Land bei der Bewältigung dieser Herausforderungen durch Information und Vernetzung. Dazu zählt die Mitarbeit in der Strategiegruppe "Gesundes Alter(n)" des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft des Landes Mecklenburg Vorpommern sowie die Veranstaltungsreihe Forum Gesundes Alter(n), mit der wir Akteure zusammenbringen möchten und thematische Impulse geben möchten.

Zur Veranstaltungsreihe

 

Arbeitsgruppe „Wohnen im Alter“

Gesund und aktiv im Alter: das ist ein Geschenk und wird durch eine gesunde Lebensführung und eine positive Einstellung beeinflusst. Wenn es um die zunehmende Lebenserwartung geht, steht jeder Mensch vor der großen Herausforderung, das „Mehr an Jahren“ mit „Mehr Leben“ zu füllen. In der Arbeitsgruppe „Wohnen im Alter“ werden Chancen und Perspektiven ausgelotet und daraus leiten sich Impulse für die Wirtschaft ab. Dies umschließt eine Kooperation mit Akteuren aus dem Pflegesektor, der Wohnungswirtschaft, und Entwicklern und Anbietern von smarten Assistenzsystemen.

ILWiA-Netzwerk

Arbeitsgruppe „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“

Die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitswirtschaft sind vielfältig und längst noch nicht ausgeschöpft. Die Möglichkeiten reichen von Fitness-Apps, über Telekonsile, Videosprechstunde oder Telerehabililtation, der Einführung einer Medikations-App bis hin zum digitalen Entlassmanagement. Die überdurchschnittlich bedeutsame Gesundheitswirtschaft in macht die Region auch für Entwickler und Unternehmen im Bereich der Digitalisierung interessant. Medizintechnikunternehmen und Forschungseinrichtungen im Land sind u.a. auf folgenden Feldern aktiv:

  • Entwicklung moderner Medizintechnik
  • intersektorale Vernetzung medizinischer Versorgungsbereiche
  • Assistenzsysteme für die Unterstützung im häuslichen Alltag (AAL) sowie in der medizinischen und pflegerischen Versorgung
  • Medizin- und Pflegeinformatik

Um die Entwicklung neuer Lösungen und die Vernetzung der mehrheitlich kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) in diesem Sektor zu befördern, hat die BioCon Valley eine Arbeitsgruppe Digitalisierung als Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik initiiert. Die Arbeitsgruppe ist bei Kuratoriums Gesundheitswirtschaft​​​​​​​ des Landes MV angesiedelt.

Arbeitsgruppe MedTech

Medizintechnologische Innovationen leisten einen wichtigen Beitrag zur qualitativ hochwertigen und gleichzeitig kosteneffektiven Behandlung erkrankter Menschen. Insbesondere im Alter werden immer häufiger Hilfsmittel und Innovationen aus dem Bereich der Medizintechnik benötigt. Auch ein gutes Zusammenspiel zwischen Gesundheitsdienstleistern und Hilfsmittelversorgern ist wichtig. Trotz des hohen Standards, den wir in unserem Land genießen dürfen, gibt es immer noch Verbesserungspotential. Der positive Fakt, dass Menschen ein immer höheres Alter erreichen, erfordert andererseits immer häufiger Operationen wie Knie- oder Hüftendoprothesen verbunden mit aufwendigen Therapien. Der ländliche Raum verbunden mit einem fortschreitenden Fachkräftemangel erfordert den Einsatz von innovativen, neuen Produkten, die eine Betreuung auch aus der Ferne erlauben. Telemonitoring und Telerehabilitation sowie die Unterstützung der Physiotherapie durch Telemedizinische Verfahren können dabei Abhilfe schaffen. Mit diesen und anderen Themen rund um die Versorgung primär älterer Menschen mit dem Fokus der Versorgung im ländlichen Raum beschäftigt sich die AG MedTech der Strategiegruppe Gesundes Alter(n).