3D-Drucker sind mittlerweile Alltag, auch in der medizinischen Forschung. So beispielsweise im Sonderforschungsbereich 1270 „Elektrisch Aktive ImplaNtatE – ELAINE“ der Universität Rostock. Die darin tätigen Wissenschaftler wollen mithilfe von 3D-Drucktechnologie große Knochendefekte behandeln.
Bei ihren Forschungen zur Herstellung von Knochenersatz orientieren sich die ELAINE-Forscher an der Physiologie des Knochens. So ist bekannt, dass sich im Knochen bei jeder mechanischen Belastung kleine Spannungspotenziale bilden, ähnlich wie beim verwendeten Bariumtitanat, einer piezoelektrischen Keramik. Das Bariumtitanat werde im vielversprechenden Forschungsansatz von „ELAINE“ mit sogenannten bioaktiven Gläsern kombiniert und anschließend in den 3D-Drucker gegeben.
Ziel dieser Grundlagenforschung auf höchstem Niveau ist, dass aus dem angrenzenden Gewebe Knochenzellen in das poröse Implantat einwandern. Wenn die Besiedelung und die Bildung von Gefäßen erfolgt sind, bleibt das Implantat im Körper. Der Vorteil des Verfahrens sei, dass das Implantat nach der digitalen Rekonstruktion im 3D-Drucker passgenau angefertigt werden kann.
Um zu zeigen, welche Medizin der Zukunft schon in der Gegenwart möglich ist, war der Sonderforschungsbereich "ELAINE" auch auf unserer diesjährigen 18. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft 2023 als virtueller Aussteller mit vertreten.