Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
85 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 praktika, Modulübungen oder Projektarbeiten zu integrieren� Der Strukturwandel zur Industrie 4�0 stellt veränderte Anforderungen an die Kompetenzen der Fachkrä e� Für Quali kationen zur Bedienung von Robotik- sowie Auto- matisierungslösungen in der Gesundheitswirtscha und der angrenzenden Ernährungswirtscha müssen weitere praxis- nahe Bildungsprogramme entwickelt werden, in die bspw� das Fraunhofer-Institut oder die Hochschule Stralsund einbezogen werden könnten� An der Hochschule Stralsund richtet sich ab 2021 z� B� der Studiengang „Gesundheits- technik und Management“ an Studierende, die technische, mechanische sowie sensor- und informationstechnologi- sche Kenntnisse mit einem gesundheitswirtscha lichen Fokus in Kombination mit einer Praxisphase erwerben möchten� 106 Ebenfalls erforderlich sind Aus- und Weiterbil- dungsangebote im informationstechnologischen Bereich� Zu den damit verbundenen On-the-Job-Trainingskonzepten, Change-Management-Konzepten zur Bewältigung der digi- talen Transformation in Gesundheitseinrichtungen sowie der Umsetzung eines Rahmenwerkes für die Vermittlung digitaler Kompetenzen für Fachkrä e im Gesundheitswesen, des Tourismus und der Ernährungswirtscha wird auf die Inhalte des Querschnittsbereichs „Digitale Transformation“ verwiesen (siehe Kap� 5�2)� Durch die Digitalisierung und die durch sie beschleunigte Ambulantisierung rücken technisch unterstützte multipro- fessionelle Fachkrä e, bspw� bei der Vernetzung von pflege- rischen, therapeutischen und medizinischen Leistungen für die ambulante Versorgung im ländlichen Raum des Flächen- landes MV, in den Fokus� 107 Zur Ausstattung medizinischer und Assistenzberufe mit multifunktionalen Kompetenzen bedarf es einer fächerübergreifenden Quali zierung, in der unterschiedliche Kompetenzen aus der Pflege, Grundzüge der Physiotherapie sowie Ernährungsberatung, Wissen über Assistenzsysteme und bei Bedarf Robotik sowie Wohnraum- beratung zum längst möglichen Verbleib in der eigenen Häuslichkeit vermittelt werden� Solche Quali zierungs- module ermöglichen den e zienteren Einsatz vorhande- ner Fachkrä e und könnten langfristig neue Berufsbilder scha en� Denkbar wäre nicht nur der Personaleinsatz im Bereich der Gesundheitsdienstleistungen, sondern auch in gesundheitstouristischen Tätigkeitsfeldern� In Bezug auf den inhaltlichen Ausbau der Ausbildung zum Krankenpflegehelfer wird eine umfassendere Übernahme von Hilfstätigkeiten in der Pflege zur Entlastung des Fach- personals sowie die Ausbildung von Medizinassistenten bzw� Arztassistenten zur Unterstützung und Übernahme von Aufgaben der Ärzte und Therapeuten angestrebt� Hierbei 106 Vgl. Hochschule Stralsund (2021). Gesundheitstechnik und Management Bachelor-Studiengang. Link: https://www.hochschule-stralsund.de/host/fakultaeten/maschinenbau/studienangebot/bachelor-gesundheitstechnik-und-management/ (Zugriff am 22.09.2021). 107 Vgl. WifOR GmbH im Auftrag der BioCon Valley ® GmbH (2020). Entwicklung des Arbeitsmarktes der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern im Zeichen der Digitalisierung: Kurz- zusammenfassung der Ergebnisse, S. 10. sollen fehlende Fachkrä e nicht durch minderquali zierte Helfer oder Langzeitarbeitslose ersetzt werden� Helfer könn- ten jedoch durch die Übernahme assistierender Tätigkeiten den teils überlasteten Fachkrä en unterstützend zur Seite gestellt werden� HANDLUNGSFELD 3: KARRIERECHANCEN UND PERSONALBINDUNG Eine Sensibilisierung in Bezug auf die Ausbildung, Gewin- nung und Bindung von Fachkrä en sollte sich verstärkt in den Maßnahmen der Wirtscha s- und Ausbildungsförderung auf Landesebene widerspiegeln� Zur Personalbindung trägt nicht nur die attraktive Gestal- tung der Arbeitskonditionen bei, sondern auch das Aufzei- gen der unterschiedlichen Karriereentwicklungsmöglichkei- ten, bspw� durch die Darstellung von „Career Tracks“ in der Gesundheitswirtscha von MV� In diesem Zusammenhang ist auch die Möglichkeit der Fachkrä eentwicklung durch Umschulungen interessant, um die branchenübergreifen- de Fachkrä ewanderung innerhalb des Bundeslandes zu stärken� Studien- und Forschungseinrichtungen müssen sich eng mit den Unternehmen und Akteuren der Gesundheitswirtscha verzahnen, um den direkten Austausch zwischen Wissen- scha und Wirtscha in Bezug auf Personalentwicklungs- und Karrieremöglichkeiten zu fördern� Zur Unterstützung beim Übergang vom Studium in die Gesundheitswirtscha gilt es, verstärkt unternehmensbetreute Abschlussarbeiten, durch Firmen beau ragte Studienprojekte sowie Prakti- ka anzubieten und diese Gelegenheiten zu nutzen, um zukün igen Fachkrä en berufliche Chancen aufzuzeigen und sie frühzeitig zu binden� Für gesundheitswirtscha lich relevante Absolventen, insbesondere aus MV, der landesei- genen Hoch- und Fachhochschulen müssen Anreize gesetzt werden, bspw� durch die Scha ung einer attraktiven Förder- und Unterstützungslandscha � Die Anhebung von Studienplätzen und die Erhöhung der Absolventenzahlen an den akademischen Einrichtungen des Landes sollten weiter voranschreiten� Die Bewerber müssen Anreize erhalten, um sich zu verpflichten, nach dem Studium eine entsprechende gesundheitswirtscha liche Tätigkeit, bspw� die Facharztweiterbildung, in unserem Land aufzunehmen� 5. GESTALTUNGSÜBERGREIFENDE HANDLUNGSFELDER DER GESUNDHEITSWIRTSCHAFT
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