Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
17 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 medizinischen Leistungen� Über 65-Jährige machen dement- sprechend bundesweit nur etwa ein Fün el der Bevölkerung aus, lösen jedoch 45 Prozent der Kosten im Gesundheits- wesen aus� 47 Neben dem geringen Industrialisierungsgrad weist die Gesundheitswirtscha von MV im Exportbereich erhebliches Potenzial auf� Auch in diesem Bereich liegt die Branche mit 5,7 Prozent unter dem bundesweiten Durchschnitt (8,8 Pro- zent)� 48 Der Steigerung des Exportbeitrages soll dementspre- chend kün ig eine noch größere Bedeutung beigemessen werden� Sowohl Investitionen in neue internationale Märkte als auch die beizubehaltende Unterstützung der heimischen Gesundheitswirtscha auf den Zielmärkten, etwa durch Messebeteiligungen oder die Unterstützung von Wirtscha s- delegationsreisen seitens der Landespolitik, stehen kün ig noch ausgeprägter auf dem Programm� So soll langfristig einerseits die Position der Unternehmen im Land gestärkt und andererseits im Ergebnis die Wettbewerbs- fähigkeit der gesamten Branche vorangetrieben werden� 49 Für die Akteure der Gesundheitswirtscha werden in diesem Zu- sammenhang, beispielsweise im Ostseeraum im Rahmen der Ostseestrategie der Europäischen Union, attraktive Chancen der Zusammenarbeit sowohl grenzüberschreitend als auch im gesamten Ostseeraum gesehen� 50 Zudem können kün ig durch strategische Partnerscha en mit international agie- renden Unternehmen (u� a� "Global Playern") internationale Wertschöpfungsketten intensiviert und Innovationslücken geschlossen werden� 51 3.2. Herausforderungen und Zukunftsthemen Die Gesundheitswirtscha von MV sieht sich mit einer Reihe von globalen, nationalen und lokalen Herausforderungen konfrontiert, die die Zukun sthemen in den nächsten Jahren stark beeinflussen� Die weltweite Corona-Pandemie hat mit eindrücklicher Deutlichkeit gezeigt, wie stark zukün ig die Gesundheit des Einzelnen nicht nur von den individuellen Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und -erhaltung abhängt, sondern eben auch von globalen Entwicklungen im Dreier-Gespann aus Umwelt, menschlicher und tierischer Gesundheit („One-He- alth-Konzept”)� In diesem Zusammenhang hat sich auch die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit im Zuge der 47 Vgl. ebd. 48 Vgl. BMWi (Hrsg.) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten und Zahlen, Länderergebnisse der GGR, Daten 2019, Berlin, S. 8-9. 49 Vgl. ausführlich 5.4 Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. 50 Vgl. Blank, Wolfgang; Karopka, Thomas: Regionale Gesundheitswirtschaft im internationalen Kontext am Beispiel des Ostseeraums, in: Dahlbeck, Elke; Hilbert, Josef (Hrsg.) (2017): Gesund- heitswirtschaft als Motor der Regionalentwicklung, Wiesbaden, S. 231-242. 51 Vgl. WirtschaftsministeriumMecklenburg-Vorpommern (2021): Regionale Innovationsstrategie für intelligenteSpezialisierung des Landes Mecklenburg-Vorpommern 2021-2027,Schwerin,S. 91-94. Krisenbewältigung gezeigt, gleichzeitig jedoch die Notwen- digkeit einer stärkeren Unabhängigkeit von ausländischer Produktion als wünschenswerte Entwicklung für die Zukun und für die Steigerung der Krisenfestigkeit bei möglichen zu- kün igen Infektions- bzw� Pandemielagen herausgestellt� Auch der Klimawandel und die weiterhin wachsende Weltbe- völkerung stellen mittel- bis langfristig, gerade im Bereich der Ernährung, eine der großen Herausforderungen der Zukun dar� Um zukün ig insbesondere die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, wird es gerade für das durch Landwirtscha geprägte MV notwendig werden, neuartige Wege zur Scho- nung der natürlichen Ressourcen bei gleichzeitiger Opti- mierung der Erträge zu beschreiten� Die Bioökonomie bietet hierzu bereits heute spannende Ansätze� Neben der Land- wirtscha ist die Erhaltung der natürlichen Ressourcen aber auch für die Reha-Infrastruktur, die erfolgreiche Fortführung des allgemeinen Gesundheitstourismus im Land, aber auch für den Ausbau der Vorreiterrolle von MV im Bereich „Heil- wald“ von außerordentlicher Bedeutung� Neben globalen Herausforderungen für die Gesundheits- wirtscha sieht sich MV, wie größere Teile Europas und Deutschlands, mit einer demogra schen Entwicklung kon- frontiert, die zu einer zunehmend alternden Bevölkerung und einer damit einhergehenden, steigenden Morbidität wahrscheinlich zu höheren Gesundheits- und Pflegeausga- ben führen wird� Die demogra sche Entwicklung wird außer- dem die Problematik des Fachkrä emangels in der Gesund- heitswirtscha verstärken� Vor dem Hintergrund begrenzter nanzieller und personeller Ressourcen wird es zukün ig stärker denn je notwendig werden, innovative Konzepte zur Krankheitsprävention und Gesundheitsversorgung der alternden Bevölkerung zu entwickeln, um einerseits ein möglichst selbstständiges, selbstbestimmtes und gesundes Leben zu ermöglichen und anderseits begrenzte Ressourcen so e zient wie möglich einzusetzen� Gleichzeitig wird es er- forderlich sein, bereits in jungen Jahren eine Sensibilität für die eigene Gesundheit und vor allem für gesunde Ernährung zu scha en, um möglichst gesund und t altern zu können� Außerdem werden neuartige Konzepte zur Fachkrä egewin- nung notwendig, um den zukün ig steigenden Bedarf an Personal zu decken� Gerade in einem Flächenland wie MV wird auch die Struktur und die Sicherstellung der wohnortnahen Gesundheitsver- sorgung zur Herausforderung� Zwar steigt die Mobilität der 3. HERAUSFORDERUNGEN, ZUKUNFTSTHEMEN, VISION UND STRATEGISCHE ZIELE
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