Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

16 BioCon Valley ® GmbH Abbildung 2: Der ökonomische Fußabdruck der Gesundheitswirt- scha Mecklenburg-Vorpommerns 39 Der voranschreitende demogra sche Wandel, eine damit einhergehende, zunehmend älter werdende Bevölkerung sowie eine sich verändernde gesundheitliche Lage und ein daraus resultierender Fachkrä emangel stellen MV in den kommenden Jahren vor enorme Herausforderungen� Hinzu kommen technologische und digitale Veränderungen sowie ein wirtscha licher Wettbewerb, der Auswirkungen auf die medizinische Versorgung und die Gesundheitswirtscha als Ganzes hat� Eine flächendeckende medizinische Versorgung muss dementsprechend sektorenübergreifend Veränderungen beinhalten, die wesentlich an den Bedürfnissen der Patienten orientiert sind� 40 Studien etwa zur Entwicklung des Arbeits- marktes der Gesundheitswirtscha prognostizieren, dass die Branche bis 2030 30�000 zusätzliche Arbeitskrä e benötigen wird� Darüber hinaus entstehen aber auch neue Berufsfelder und Arbeitsplätze� Im Bereich der Digitalisierung wird sich die Nachfrage um 1�600 Personen erhöhen� 41 39 Vgl.Bundesministerium für Wirtschaft & Klimaschutz (Hrsg.) (2022): Gesundheitswirtschaft. Fakten & Zahlen, Länderergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Daten 2020, Berlin, eigene Darstellung. 40 Vgl.AbschlussberichtderEnquete-Kommission„ZukunftdermedizinischenVersorgung inMecklenburg-Vorpommern“,LandtagMecklenburg-Vorpommern,7.Wahlperiode,DrS7/6210,02.06.2021,S.125. 41 Vgl. Hofmann, Sandra, Runschke, Benedikt (WifOR GmbH) im Auftrag der BioCon Valley ® GmbH (2020). Entwicklung des Arbeitsmarktes der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpom- mern im Zeichen der Digitalisierung. Kurzzusammenfassung der Ergebnisse, S. 2-9, Rostock, ferner ausführlich Abschnitt 5.1 Ausbildung, Weiterbildung, Fachkräftegewinnung. 42 Begriffliche Abgrenzung der industriellen Gesundheitswirtschaft: Die industrielle Gesundheitswirtschaft (iGW) umfasst zwei Teilbereiche – Produktion sowie Vertrieb und Großhandel. Zum Bereich Produktion zählen Humanarzneimittel, medizintechnische Geräte, Medizinprodukte sowie Prothetik, Körper-, Mund- und Zahnpflegeprodukte, Geräte der Datenverarbeitung und Kom- munikation, Sport- und Fitnesswaren sowie Forschung und Entwicklung im Bereich Humanarzneimittel und Medizintechnik. Zum Bereich Handel zählen im Kernbereich Großhandelsleistun- gen mit Humanarzneimitteln und medizintechnischen Produkten. Im erweiterten Bereich werden Handelsleistungen der Waren der erweiterten Gesundheitswirtschaft sowie Dienstleistungen der Informationstechnologie und Datenverarbeitung subsumiert. Vgl. BMWi (Hrsg.) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten und Zahlen, Länderergebnisse der GGR, Daten 2019, Berlin, S. 64-65. 43 Vgl.BundesministeriumfürWirtschaftundKlimaschutz(Hrsg.)(2022):Gesundheitswirtschaft.FaktenundZahlen,LänderergebnissederGesundheitswirtschaftlichenGesamtrechnung,Daten2020,Berlin,S.11. 44 Der Begriff „medizinischen Versorgung“ kann anhand der Auflistung der Gütergruppen der Gesundheitswirtschaft in die Teilbereiche „Stationäre Einrichtungen“ und „Nicht-stationäre Ein- richtungen“ abgeleitet werden. Vgl. ausführlich BMWi (Hrsg.) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten und Zahlen, Länderergebnisse der GGR, Daten 2019, Berlin, S. 65. 45 Vgl. Ostwald, Denis, Hofmann, Sandra: Einfluss der COVID19-Pandemie auf die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, Präsentation, 03.06.2021; Vgl. BMWi (Hrsg.) (2021): Gesundheitswirtschaft. Fakten und Zahlen, Länderergebnisse der GGR, Daten 2019, Berlin, S. 47. 46 Vgl. Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Zukunft der medizinischen Versorgung in Mecklenburg-Vorpommern“, Landtag Mecklenburg-Vorpommern, 7. Wahlperiode, DrS 7/6210, 02.06.2021, S. 20-21. Neben diesen die gesamte Gesundheitswirtscha betre en- den Herausforderungen besteht für die Branche an verschiede- nen Stellen Nachholbedarf� Dieser ergibt sich im Hinblick auf den Exportbereich und die industrielle Wertschöpfung� Während im Bundesdurchschnitt der Anteil der industriellen Gesundheitswirtscha 42 an der Regionalwirtscha bei 21,2 Prozent liegt, bildet MV mit weniger als zehn Prozent (9,1 Prozent) bundesweit das Schlusslicht� 43 Der geringe Indust- rialisierungsgrad trägt allerdings dazu bei, dass (welt-)wirt- scha liche Krisen bis dato keinen nachhaltigen, negativen Einfluss auf die landesweite Gesundheitswirtscha hatten� In dieser Hinsicht erweist sich insbesondere der hohe Anteil des Gesundheitswesens (medizinische Versorgung: 63,2 Prozent 44 ) an der Bruttowertschöpfung der Gesundheits- wirtscha MV insgesamt als stabilisierender Faktor� 45 Hinzu kommt, dass infolge des anhaltenden demogra schen Wan- dels „gravierende E ekte“ 46 für die Gesundheitswirtscha zu erwarten sind� Dementsprechend führen häu gere Erkran- kungen von älteren Menschen zu einem höheren Bedarf an Erwerbstätige Dies entspricht rund jedem 5. Arbeitsplatz. 156.000 6,1 Mrd Euro Bruttowertschöpfung Mehr als jeder 7. Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtscha in MV. 14,4 % Anteil der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtscha an der Gesamtwirtscha 20,8 % Anteil der Erwerbstätigen in der Gesundheitswirtscha an der Gesamtwirtscha

RkJQdWJsaXNoZXIy NTI3Ng==