Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

15 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 MV nieder 30 – ein Novum, das es in dieser Deutlichkeit bis dato für die Branche des Landes noch nicht gab� Fest steht, dass infolge der vielschichtigen wirtscha lichen Verflechtun- gen mit anderen Branchen „Impulse in Form von indirekten und induzierten Wertschöpfungse ekten in der landesweiten Gesamtwirtscha “ 31 entstehen� Die Gesundheitswirtscha erweist sich mittlerweile auf Bun- des-, Landes- und regionaler Ebene als eine tragende Säule der Wirtscha � Basis für diese Entwicklung ist ein in den ver- gangenen Jahren stattgefundener Paradigmenwechsel vom Gesundheitswesen als Kostenfaktor, der die Entwicklungs- möglichkeiten der Gesamtwirtscha limitiert, hin zur Gesund- heitswirtscha als Zukun sbranche mit Blick auf Beschä i- gung und Bruttowertschöpfung� Die Gesundheitswirtscha gilt in diesem Zusammenhang nicht nur als Branche mit enormem Wachstumspotenzial, sondern erweist sich zudem auch als krisenfester Wirtscha szweig� Ihre „Krisenresistenz“ trägt bis dato dazu bei, gesamtwirtscha liche Abschwün- ge abzufedern� Sie gilt sowohl als Wertschöpfungs- und Beschä igungsmotor als auch durch ihre Verflechtung mit anderen Branchen als Innovationstreiber über die Gesund- heitswirtscha hinaus� 32 Sie hinterlässt in Deutschland einen ökonomischen Fußabdruck in Höhe von 678,2 Milliarden Euro� Etwa jeder achte Euro wird bundesweit in dieser volks- wirtscha lichen Querschnittsbranche erwirtscha et� Rund jeder sechste Arbeitsplatz ist in der Gesundheitswirtscha angesiedelt� Dies entspricht rund 7,5 Millionen Erwerbstäti- gen, die in Deutschland in der Branche arbeiten� 33 Die geringe konjunkturelle Abhängigkeit der Gesundheits- wirtscha auf Bundesebene spiegelt sich auch auf Landes- ebene in MV wider� Seit Jahren weist sie auch in wirtscha - lich schwierigen Zeiten ein positives Wachstum (vgl� Abbildung 1) sowie einen steigenden Anteil am Brutto- inlandsprodukt (BIP) MVs als „konjunktureller Impulsgeber und Stabilisator“ 34 für die Gesamtwirtscha auf� Auch in der gegenwärtigen Corona-Pandemie bildet die Wertschöpfung der Gesundheitswirtscha einen festigenden Faktor für die Gesamtwirtscha des Landes� Aufgrund des engen Netzwer- 30 Vgl. ausführlich 5. Gestaltungsfeldübergreifende Handlungsfelder der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern. 31 Ostwald, Dennis A. (u. a.) (2015): Der ökonomische Fußabdruck, S. 15. 32 Vgl. Einleitung: Dahlbeck, Elke; Hilbert, Josef: Gesundheitswirtschaft als Motor der Regionalentwicklung, in: Dahlbeck, Elke; Hilbert, Josef (Hrsg.) (2017): Gesundheitswirtschaft als Motor der Regionalentwicklung, Wiesbaden, S. 1-6; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) (2018): Gesundheitswirtschaft Fakten & Zahlen, Handbuch zur Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung mit Erläuterungen und Lesehilfen, Sonderthema im Auftrag des BMWi, S. 4-12, 40. 33 Vgl.:Bundesministerium fürWirtschaftundEnergie (Hrsg.) (2020):Gesundheitswirtschaft.FaktenundZahlen,ErgebnissederGesundheitswirtschaftlichenGesamtrechnung,Ausgabe2019,Berlin,S.6-9; Bundesministerium fürWirtschaftundEnergie (Hrsg.) (2021):Gesundheitswirtschaft.FaktenundZahlen,LänderergebnissederGesundheitswirtschaftlichenGesamtrechnung,Daten2019,Berlin,S.30-31. 34 Ebd., S. 14. 35 Vgl. Ostwald, Denis; Hofmann, Sandra: Einfluss der COVID19-Pandemie auf die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, Präsentation auf der 16. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft, 03.06.2021. 36 BundesministeriumfürWirtschaftundKlimaschutz(Hrsg.) (2022):Gesundheitswirtschaft.FaktenundZahlen,LänderergebnissederGesundheitswirtschaftlichenGesamtrechnung,Daten2020,Berlin,S.46. 37 Vgl. Gerlach, Jan; Runschke, Benedikt; Hofmann, Sandra (2021): Einfluss der COVID19-Pandemie auf die Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, Entwurf der Studie, Stand 05.07.2021, herausgegeben von der BioCon Valley ® GmbH, Rostock, S.4. 38 Vgl.Bundesministerium fürWirtschaftundKlimaschutz (Hrsg.) (2022):Gesundheitswirtschaft.FaktenundZahlen,LänderergebnissederGesundheitswirtschaftlichenGesamtrechnung,Daten2020,Berlin. kes aus regionalen und überregionalen Zulieferern generiert die Branche auch in Zeiten der Pandemie zusätzliche regio- nale und nationale Wertschöpfungs- und Beschä igungs- e ekte� 35 Abbildung 1: Entwicklung der Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtscha in Mecklenburg-Vorpommern 36 Im bundesweiten Ländervergleich belegt die Gesundheits- wirtscha des Landes mit Blick auf den starken Anteil an der gesamtwirtscha lichen Bruttowertschöpfung sowie aufgrund des überdurchschnittlich hohen Anteils an Erwerbstätigen eine Vorreiterrolle� 37 Der Anteil der Bruttowertschöpfung an der Gesamtwirtscha beträgt im Nordosten 14,4 Prozent� Nur in Schleswig-Holstein ist dieser Anteil höher (15,0 Prozent)� Mehr als jeder siebte Euro an Bruttowertschöpfung entsteht in der Gesundheitswirtscha in MV� Die Branche erwirtschaf- tet damit direkt rund 6,1 Mrd� Euro� Seit 2009 (3,9 Mrd� Euro) ist die Bruttowertschöpfung kontinuierlich gestiegen� Zudem arbeitet jeder fün e Beschä igte in der Gesundheitswirt- scha � Das sind 156�000 Erwerbstätige� Dementsprechend sind in MV deutschlandweit die meisten Erwerbstätigen (20,8 Prozent) in der Branche beschä igt 38 (vgl� Abbildung 2)� Bruttowertschöpfung (in Mrd� Euro) Gesundheitswirtscha +3,9 % p� a (Gesamtwirtscha + 2,9 % p� a) 3. HERAUSFORDERUNGEN, ZUKUNFTSTHEMEN, VISION UND STRATEGISCHE ZIELE 2011 2012 2013 2014 2015 ANTEIL AN GESAMTWIRTSCHAFT IN % BRUTTOWERTSCHÖPFUNG 14,4% 6,1 MRD EUR 2016 2017 2019 2018 2020 1 4,3 13,3 13,9 14,0 14,0 14,5 14,4 14,1 14,6 14,5 14,4 4,5 4,7 5,0 5,2 5,3 5,6 5,9 6,1 6,1 2 3 4 5 6 7 €

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