Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
61 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 weiter forciert werden (siehe auch Kap� 5�2)� Gleichzeitig etabliert sich mit der steigenden „Online-Zeit“ aber auch in Kundengruppen das Bedürfnis nach Ruhe und digitalen Aus- zeiten� Die bestehenden Angebote am Markt können diese konträren Bedürfnisse o nur schwer befriedigen� Daher ist zu erwarten, dass neue Akteure den Markt betreten� Insbeson- dere Player mit Plattformen und bereits entwickelten daten- basierenden Geschä smodellen sind zu erwarten� Auch wenn diese als Einstiegsmarkt nicht unbedingt gesundheitstouris- tische Angebote und Dienstleistungen auswählen, entsteht durch die oben genannte symbiotische Beziehung zu weiteren Branchen erhebliches Veränderungspotenzial� Veränderungen in der Gesundheitsversorgung, dem touristischen Verhalten und weiteren Teilbereichen der Gesundheitswirtscha werden früher oder später auch den Gesundheitstourismus tangieren� Angesichts der prognostizierten Entwicklungen wird deut- lich, dass für den weiteren Erfolg des Gesundheitstourismus in MV die dauerha e Besetzung der Kundenschnittstelle entscheidend ist� Sonst besteht das Risiko, dass Wertschöp- fungspotenzial bei bestehenden Geschä s- und Dienstleis- tungsmodellen verloren geht und Innovationszyklen gehemmt werden� Durch die digitalen Geschä smodelle im Bereich E-Rezept, mit der Vernetzung in die digitale Krankenakte und der grundlegenden Veränderung digitaler Verordnungsformen ist der Anschluss der Gesundheitswirtscha in MV an solche Digital-Konzepte zu fördern (Maßnahmen dazu siehe auch Kap� 5�2)� Eine Zielstellung ist es, Angebote digital miteinan- der zu vernetzen, sodass sie für den Nutzer gesundheitstou- ristischer und medizintouristischer Angebote barrierefrei und ohne Medienbrüche erreichbar sind� Der Gesundheitstourismus wird in MV auch im kommenden Jahrzehnt ein Wachstumsfeld sein� Dienstleistungen zum Er- halt, Au au und der Wiederherstellung der Gesundheit sowie gesundheitsförderliche Produkte werden in Kombination mit regulären touristischen Leistungen auch in Zukun den Markt dominieren� Die Leistungsanbieter müssen sich konsequent an den Kundenwünschen, -motiven und -bedürfnissen aus- richten� Auch im Bereich der ergänzenden digitalen Mehrwert- leistungen, wie z� B� personalisierten Trainingsvideos, liegen Chancen (siehe auch Kap� 5�2)� Der Draht zum Kunden muss dank digitaler Kommunikationswege nicht mehr abreißen� Stattdessen können über Online-Kursformate positive Erinne- rungen des Aufenthalts reaktiviert werden� Für die Anbieter besteht somit die Möglichkeit langfristig wertscha ende Leistungen an die Kunden zu vermitteln� Der Gesundheitstourismus lebt nicht nur von gesundheitsbe- wussten Gästen, sondern auch von reisenden Patienten� Dem- entsprechend erfolgt eine Unterteilung in Gesundheits- und Medizintourismus sowie in die diversen Bereiche der Präven- tion: Primär-, Sekundär-, Tertiär und Verhältnisprävention� Seit 2015 wurden Angebote der Prävention von Gästen vorrangig zur Gesunderhaltung fokussiert (u� a� Gäste mit chronischen Erkrankungen: Allergiker, Diabetiker, dialysepflichtige Gäste)� Ebenso wie das Angebotsspektrum des zweiten und dritten Gesundheitsmarktes, sollten spezialisierte Versorgungs- leistungen am Bedarf der Patienten erprobt und etabliert werden, stets unter Berücksichtigung der Barrierefreiheit� MV muss als DAS Gesundheitsland Vorreiter im Bereich der personalisierten Gesundheitsleistungen sein� Die Grundlage für entsprechende Angebote sind Informationen� Im kommen- den Jahrzehnt sollte der Gesundheitstourismus die Chancen der datenbasierenden Angebotsvermittlung ergreifen� Nur so kann der Gesundheitstourismus wertscha ender Part eines lebendigen Ökosystems „Gesundheit Made in MV“ sein� Die Nutzung progressiver Web-Apps (via Smartphone, Tablet, Wearables) ermöglicht den Au au langfristiger Beziehungen zum Kunden/Patienten und scha einen beiderseitigen Mehrwert auch für die Anbieter� Als Gegenpol zu diesem expandierenden Markt steht die „Entschleunigung“ (Digital Detox: insbesondere bewusster Verzicht auf die Nutzung von elektronischen Geräten wie Smartphones oder Computern) für eine wachsende Kundengruppe im Fokus� Hier birgt die medizinische Regeneration ein großes Potenzial, um Ver- haltensänderungen zu initiieren und für die selbstbestimmte Nutzung gesundheitstouristischer Angebote zu mobilisieren 4. STRATEGISCHE GESTALTUNGSFELDER DER GESUNDHEITSWIRTSCHAFT
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