Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

48 BioCon Valley ® GmbH In diesem Rahmen waren das selbstbestimmte Wohnen sowie die Entwicklung von Lösungsansätzen auf technischer Ebene Hauptthema im Gestaltungsfeld „Gesundes Alter(n)“� Im Rahmen der Konferenzreihe „Forum Gesundes Alter(n)“, die die BioCon Valley ® GmbH in Zusammenarbeit mit der Strategie- gruppe III organisiert, wurden unterschiedliche Lösungskon- zepte aus dem Land und anderen Regionen vorgestellt� 64 Als Beispiel seien die Musterwohnung im Landkreis Vorpommern Greifswald sowie die Mobile Musterwohnung des ILWiA-Ver- bundes (Initiativen Leben und Wohnen im Alter) aus Greifs- wald genannt� Diese Lösungen auch in andere Regionen zu transferieren, ist eine der zentralen Aufgaben in der nächsten Dekade� Eine umfassende Analyse ndet sich auch im Bericht der Enquete-Kommission des Landtages MV „Älter werden in Mecklenburg-Vorpommern“ der 6� Wahlperiode 2011-2016� 65 4.3.2. Spezi sche Herausforderungen und Entwicklungsziele des Gestaltungsfeldes „MV – Ein Land zum Leben“ ist das Motto des Landes� Für die meisten Menschen ist eine gute Gesundheit, verbunden mit einer hohen Lebensqualität, das höchste Gut und eines der wichtigsten Ziele in ihrem Leben� Wie bereits erwähnt, ist nach der De nition der WHO Gesundheit: „… der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohl- be ndens und nicht nur des Freiseins von Krankheit und Gebrechen�“ 66 Um dies zu ermöglichen, hat das lebenslange, selbstbestimmte Wohnen in der eigenen Häuslichkeit eine zentrale Bedeutung� Der Wohnung als Lebensmittelpunkt vie- ler Menschen kommt im Gestaltungsfeld „Gesundes Alter(n)“ eine Schlüsselfunktion zu� Aber nicht allein ein barrierefrei- es, technikunterstütztes Wohnen sichert ein lebenslanges Wohnen in der eigenen Häuslichkeit� Ebenso wichtig sind neben dem Erfordernis der Mobilität Dienstleistungen rund um das Thema Wohnen, Gesundheitsversorgung und Pflege� Insbesondere für den ländlichen Raum sind diese Kernele- mente der Daseinsvorsorge abzusichern� Es gilt interaktive, generationenübergreifende Sozialräume zu scha en� Digitale Technologien bieten Lösungen für all diese Herausforderun- gen, benötigen aber neben der technischen Infrastruktur ge- eignete organisatorische, rechtliche und nanzielle Rahmen- bedingungen� Wie eingangs beschrieben, sind für die genannten Herausfor- derungen bereits eine Vielzahl von Lösungen in Pilotprojek- ten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene entwickelt worden� Nun muss es gelingen, diese vor Ort in den unterschiedlichen 64 Vgl. Link: https://www.bioconvalley.org/gesundheitsland-mecklenburg-vorpommern/kuratorium-gesundheitswirtschaft/sg-iii-gesundes-altern (Zugriff am 22.03.2021). 65 Vgl. Link: https://service.mvnet.de/_php/download.php?datei_id=1610847 (Zugriff am 22.03.2021). 66 Vgl. Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Gesundheit, doi:10.17623/BZGA:224-i023-1.0, Link: https://www.leitbegriffe.bzga.de/alphabetisches-verzeichnis/gesundheit/ (Zugriff am 22.03.2021). Regionen zu implementieren� Ein Fokus soll daher auf den Innovationstransfer gelegt werden� Damit stehen in diesem Gestaltungsfeld Entwicklungsziele, Handlungsempfehlungen und Vorhaben im Vordergrund, die den Querschnittsbereich „Innovationen, Technologietransfer“ betre en (siehe Kap� 5�3), deren konkrete Beschreibung aber aufgrund ihrer spezi schen Zuordnung an dieser Stelle hier erfolgt� Der zweite zentrale Entwicklungs- und Handlungsbereich für das Gestaltungsfeld „Gesundes Alter(n)“ ist die Digitale Transformation, die ebenfalls einen Querschnittsbereich zur Weiterentwicklung der Gesundheitswirtscha darstellt (siehe Kap� 5�2), vor dem Hintergrund ihrer strategischen Bedeutung für das Gestaltungsfeld in ihrer spezi schen Ausprägung jedoch hier konkretisiert wird� Denn eine weitere Voraussetzung für ein lebenslanges Wohnen in der eigenen Häuslichkeit ist die einfache Erreichbarkeit von Gesundheits- dienstleistungen� Telemedizinische oder Digitale Gesund- heitsdienstleistungen sind insbesondere im ländlichen Raum eine wertvolle Ergänzung für eine qualitativ hochwertige Versorgung in der Fläche� Dieses muss perspektivisch der Standard werden� Diesbezüglich wurde bereits eine Vielzahl von Pilotprojekten entwickelt, konnten aber bisher nicht oder nur in geringer Anzahl in die Regelversorgung überführt werden� Um dies zu erreichen, ist eine bedarfsgerechte Ver- netzung notwendig, die den Nutzer im Fokus hat� Ziel der hier dargestellten Strategie ist es nicht, einen vor- her de nierten Zustand zu erreichen, sondern einen agilen Prozess zu de nieren, in den alle notwendigen Akteure cross-funktional eingebunden sind und der für Innovationen o en ist� Um diesen Innovationstransfer leisten zu können, bedarf es einer de nierten, abgestimmten Vorgehensweise sowie die Einbindung der Verantwortlichen auf allen Ebenen (Land, Kreis, Kommune) und quer durch alle Akteurs- und Handlungsfelder (Wissenscha , Wirtscha , Gesundheitsver- sorgung und Gesellscha )� Dies gilt es, als Regelprozess und neue Normalität zu implementieren� Mittelfristiges Ziel sollte es sein, bereits erfolgreich getestete Lösungen in die Anwen- dung zu bringen� Bis 2030 muss das Innovationstransfersys- tem als agiler Regelprozess routinemäßig funktionieren� Die folgenden Entwicklungsziele , die bis 2030 erreicht wer- den sollen, bedingen sich gegenseitig und sind als ein konti- nuierlich weiterzuentwickelnder agiler Prozess zu verstehen�

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