Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

13 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 3. HERAUSFORDERUNGEN, ZUKUNFTSTHEMEN, VISIONEN UND STRATEGISCHE ZIELE DER GESUNDHEITSWIRTSCHAFT MECKLENBURG- VORPOMMERN 3.1. Ausgangssituation und Einordnung der Gesundheitswirtschaft national und international Das Bundeswirtscha sministerium verö entlicht jährlich die aktuellen, volks- wirtscha lichen Kennzi ern der Gesundheitswirtscha auf Bundes- und auf Landesebene� Die volkswirtscha liche Erfassung dieser Kennzi ern basiert auf einer Begri sbestimmung, die bereits auf der Nationalen Branchenkonfe- renz Gesundheitswirtscha im Jahr 2005 verabschiedet worden ist: Gesund- heitswirtscha umfasst dementsprechend die Erstellung und Vermarktung von Gütern und Dienstleistungen, die der Bewahrung und Wiederherstellung von Gesundheit dienen� 15 Diese hat sich zu einer europaweit anerkannten De nition entwickelt� Nicht nur diese bundesweite Anerkennung prädestiniert MV, die Gesund- heitswirtscha als strategischen Landesschwerpunkt zu etablieren� Denn die strukturellen Voraussetzungen sind für diese Branche in kaum einem anderen Bundesland idealer� Dies liegt in den naturgegebenen Vorzügen und infra- strukturellen Voraussetzungen begründet� Mit der „So ware“, den natürlichen Wettbewerbsvorteilen eines reizarmen Kli- mas, intakten Landscha en von der Ostsee bis zur Seenplatte bietet MV ideale Voraussetzungen� Diesen naturgegebenen, gesundheitsfördernden Vorteilen stehen die infrastrukturellen Voraussetzungen, die „Hardware“, in nichts nach: Über 60 staatlich anerkannte Kur- und Erholungsorte und etwa 60 Vorsor- ge- und Rehabilitationseinrichtungen (Rehakliniken), fünf Fachhochschulen, Universitäten mit Hochschulmedizinen in Greifswald und Rostock sowie über 30 Kliniken und zahlreiche gesundheitstouristische Einrichtungen bilden die Basis für die Erfolgsbranche� Insbesondere die kleinen und mittleren Unter- nehmen (KMU) bilden mit einem Anteil von rund 70 Prozent an der Brutto- wertschöpfung und mit einem Erwerbstätigenanteil von rund 75 Prozent 16 eine zentrale Säule der auch im bundesweiten Kontext als krisenfest geltenden Zukun sbranche Gesundheitswirtscha � 17 Die Zahlen verdeutlichen zudem die hohe wirtscha liche Bedeutung des Mittelstandes für die Branche� 18 Voraussetzung für diese prosperierende Entwicklung ist das seit mehr als zwei Jahrzehnten anhaltende klare Bekenntnis des Landes zur Gesundheits- wirtscha als einem Schwerpunkt der Landesentwicklungspolitik� 19 Bereits 2004 sind mit einem Landtagsbeschluss die Grundlagen für die Ent- wicklung der Gesundheitswirtscha als Zukun sbranche gelegt worden� 20 15 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (Hrsg.) (2020): Gesundheitswirtschaft. Fakten und Zahlen, Ergebnisse der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung, Ausgabe 2019, Berlin, S. 6. 16 Vgl. Legler, Benno; Gerlach, Jan; Schwärzler, Marion Cornelia (2017): Der ökonomische Fußabdruck der Gesund- heitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern, eigene Berechnungen WifOR GmbH, Datenbasis: BMWi (2017): R-GGR, Bundesagentur für Arbeit, (2017). Anmerkung: Unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden alle Be- triebe subsumiert, in denen 1 bis 249 Beschäftigte tätig sind. Die Berechnung der ökonomischen Bedeutung erfolgt dabei für unterschiedliche Betriebsgrößenklassen, die im Folgenden abgebildet sind: Kleinstbetriebe mit 1-9 Mit- arbeitern, kleine und mittlere Betriebe mit 10-249 Mitarbeitern und Großbetriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern. 17 Vgl. Ostwald, Dennis A.; Legler, Benno; Schwärzler, Marion C.; Tetzner, Simon (2015): Der ökonomische Fußabdruck der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Analyse der volkswirtschaftlichen Bedeutung für Wirt- schaftswachstum, Arbeitsmarkt und Außenhandel unter besonderer Berücksichtigung des Mittelstandes, heraus- gegeben von der BioCon Valley ® GmbH, Rostock. 18 Siehe weiter unten in diesem Abschnitt. 19 Vgl. Ostwald, Dennis A. (u. a.) (2015): Der ökonomische Fußabdruck der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vor- pommern, Rostock. 20 Vgl. Landtag Mecklenburg-Vorpommern: DrS 4/1240 4. Wahlperiode, 09.06.2004. Dem Beschluss ging eine Be- standsaufnahme in verschiedenen Wirtschaftsbereichen voraus. Vgl. Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vor- pommern (Hrsg.) (2003): Zukunftsbranche Gesundheitswirtschaft zur wirtschaftlichen und beschäftigungspoliti- schen Entwicklung in den Bereichen der Gesundheitswirtschaft des Tourismus/Gesundheitstourismus sowie der Ernährungswirtschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin. 3. HERAUSFORDERUNGEN, ZUKUNFTSTHEMEN, VISION UND STRATEGISCHE ZIELE

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