Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
102 BioCon Valley ® GmbH HANDLUNGSFELD 3: AUFBAU UND WACHSTUM INNOVATIVER UNTERNEHMEN UNTERSTÜTZEN Unternehmen und Start-ups sind auf dem Weg der Produktentwicklung, -etablierung und -zertifizierung vor allem in den Bereichen der Medizintechnik, E-Health, Gesunde Ernährung und Life Science durch Innovations- förderung zu unterstützen, um den Standort MV zukunfts- sicherer aufzustellen� Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg junger und innovativer Start-ups sind Unterstützungsangebote, die über die Phase der unmittelbaren Unternehmensgrün- dung hinausgehen und bei der Etablierung auf dem Markt während der ersten Jahre helfen� Die Erfahrung zeigt, dass bestehende Instrumente im Land – trotz des vorhan- denen Verbesserungspotenzials – bis zur Gründung oder unmittelbar davor, relativ gut funktionieren� Eine neue Technologie oder ein neues Produkt allein bedeuten jedoch noch keinen wirtschaftlichen Erfolg� Ins- besondere in der Aufbau- und Wachstumsphase junger Unternehmen braucht es fundiertes betriebswirtschaft- liches Wissen, um Geschäftsmodelle und Marketingstra- tegien zu erarbeiten und anzupassen sowie erfahrene Mentoren, die die Bedarfe und Bedingungen in interna- tionalen Märkten einschätzen und gezielt Ansprechpart- ner vermitteln können� Eine Förderung entsprechender Leistungen zur Unterstützung der Markteinführung könnte helfen, diese Hemmnisse zu überwinden� Aber auch für etablierte Unternehmen bestehen bei den Themen „Innovationen, Technologietransfer“ spezi- fische Herausforderungen� Die Praxis zeigt, dass der verwaltungstechnische Aufwand für die Beantragung und Abrechnung von allen europäischen Fördermitteln, ins- besondere aber auch von Mitteln im Rahmen des Euro- päischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), stark zunimmt bzw� zugenommen hat� Für Unternehmen stellt sich zunehmend die Frage der Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Nutzen einer solchen Förderung� In der Kon- sequenz verzichten Unternehmen auf die Beantragung der Unterstützung� Das Handlungsfeld umfasst daher auch die Aufgabe, den Zugang zu öffentlichen Fördermitteln zu vereinfachen� Zu prüfen wäre auch, ob gezielt Leistungen bereitgestellt oder unterstützt werden, die Unternehmen bei der Be- antragung aufwendiger Forschungs- und Entwicklungs- projekten helfen� Dies stellt vor dem Hintergrund der beihilferechtlichen Vorschriften eine besondere Heraus- forderung dar� HANDLUNGSFELD 4: GRÜNDERKULTUR STÄRKEN Das Handlungsfeld „Gründerkultur stärken“ bildet eine Klam- mer um die übrigen drei Handlungsfelder� Es beschreibt die Herausforderungen und Maßnahmen, die erforderlich sind, um ein System zu scha en, in dem ein aktiver Gründergeist geweckt wird, sich entfalten kann und zielgerichtet unterstützt wird� Dazu wird bereits jetzt eine Reihe von Instrumenten erfolgreich genutzt� Diese gilt es fortzuführen, weiterzuentwickeln und an geeigneter Stelle mit weiteren Angeboten zu ergänzen� Einen wichtigen Beitrag für eine hohe Gründungsdynamik kann eine verstärkte Gründerlehre an den Schulen und Hochschulen des Landes leisten� Für Studierende in Fach- bereichen wie Medizin oder Biotechnologie ist eine Unter- nehmensgründung keine Selbstverständlichkeit� Dafür ist es hilfreich, die Idee einer Unternehmensgründung aktiv in die Hochschulen zu tragen� Hier können Professionen über- greifende, innovative Formate, beispielsweise zwischen Life Sciences und Ökonomie, Impulse liefern� Gründerlehre, aber auch eigene Summer Schools, die gründungswillige Studie- rende mit betriebswirtscha lichen Akteuren zusammenbrin- gen, können hier helfen� Als ein erfolgreiches Format haben sich Hackathons erwiesen� Hackathons sind Veranstaltungen, die traditionell im IT- und So warebereich eingesetzt wurden, heute allerdings auch genutzt werden, um allgemeine technologische Probleme, also einen konkreten Bedarf, kreativ und fachübergreifend in Klein- gruppen während der Dauer der Veranstaltung zu lösen� Zur weiteren Stärkung der Gründerkultur gehören aber auch die Fortführung etablierter Formate wie Ship-to-Business, einem Matching- und Pitch-Event für Gründer und Investoren, das im Rahmen der Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirt- scha statt ndet� Zukün ige Aufgabe wird es sein, weitere Formate und Strukturen zu scha en, die Gründer und Inves- toren zusammenbringen� Eine besondere Rolle können dabei Mentoren und Business Angel spielen, die über eine spezi sche Expertise im Bereich von Technologie-Start-ups verfügen, In- spiration, Netzwerk und fundierte Beratung bieten� Dafür gilt es, einen entsprechenden Rahmen zu scha en und gegebenenfalls notwendige Finanzierungsquellen zu identi zieren� Schließlich sollten zur Unterstützung der Gründerszene und zur Entwicklung der Gesundheitsbranche im Land auch zukün ig etablierte Wettbewerbsformate fortgesetzt werden� Positive Beispiele sind der seit 2008 vomWirtscha sministeriumMV ausgeschriebene „Ideenwettbewerb Gesundheitswirtscha “ oder die Ideenwettbewerbe der Hochschulen�
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