Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

100 BioCon Valley ® GmbH tungen, Gelingensbedingungen sowie vorhandene Transfer- de zite und -hemmnisse ausweisen� Aufgabenstellung eines solchen Transfer-Audits wäre es auch, Transferprozesse zu de nieren und quantitative sowie qualitative Benchmarks und Indikatoren zu erfassen und festzulegen� Um die Wirk- samkeit von Transferaktivitäten und -prozessen zukün ig besser beurteilen zu können, könnten folgende Kriterien zur Anwendung kommen: • Art und Anteil der Ausgaben für Gründungsaktivitä- ten am ö entlichen Gesamthaushalt • Eingesetzte Drittmittel imVerhältnis zur Quantität der Ausgründungen • Breite und Intensität der Sensibilisierungsmaß- nahmen • Qualität der Angebote • Anzahl der Gründungsprojekte bezogen auf die Stu- dierendenzahlen • Anzahl der (erfolgreich) eingereichten EXIST-Anträge und weiterer Finanzierungsformen • Anzahl von Prämierungen der Start-ups • Dauer der Umsetzung einer Innovation • Gründungsquote, Erfolgsquote, Wagniskapitalquote • Anzahl der gescha enen Arbeitsplätze • Anzahl wirtscha lich verwerteter Patente HANDLUNGSFELD 2: TRANSFERSTRATEGIE ENTWICKELN UND UMSETZEN Die Ergebnisse des Transfer-Audits bilden die Grundlage für eine fundierte Konzeptentwicklung zur zukün igen Gestal- tung des Technologietransferprozesses in MV (Transferstrate- gie)� Ein solches Konzept kann die organisatorische Gestal- tung der Transfereinrichtungen, Leitbilder, Instrumente und Anreizmechanismen, Kompetenzpro le sowie die Einbezie- hung von Praxispartnern aus Unternehmen umfassen� Zudem könnten die Ergebnisse unmittelbar genutzt werden, um die vielfältigen Strukturen adressatengerecht zu kommunizieren� Die Transferstrategie soll auf existierenden Strukturen, Instru- menten und Aktivitäten au auen und diese bedarfsgerecht stärken, ohne Parallelstrukturen zu scha en� Vorstellbar sind 122 Weitere Ausführungen für das Gestaltungsfeld sind im Handlungsfeld 4 im Kapitel 4.1.3 zu finden. in diesem Zusammenhang die Etablierung von Transferzen- tren mit einem klaren thematischen Pro l und entsprechen- den Inkubator- und Akzelerator-Programmen� Eine dezidierte Transferstrategie bietet die Möglichkeit, die Vernetzung zwischen Hochschulen und Unternehmen zu ver- bessern� Mit gezielter Au lärungs- und Vernetzungsarbeit bei Unternehmen und Hochschulen könnten Kooperationspoten- ziale herausgearbeitet und unternehmerische Bedarfe und wissenscha liche Angebote besser abgestimmt werden� Zu beantworten ist auch die Frage, wie eine auskömmliche Bereitstellung von nanziellen Mitteln mit geeigneten Finan- zierungsinstrumenten erfolgen kann� 122 Weitere Förderinstrumente sind für die Gestaltungsfelder „Gesundheitstourismus“ (siehe Kap� 4�4), „Ernährung für die Gesundheit“ (siehe Kap� 4�5) und den Querschnittsbereich „Nachhaltigkeit/ Biologische Transformation“ (siehe Kap� 5�5) vorgeschlagen� In diesem Zusammenhang wird die Reaktivierung der Wissen- scha ssti ung MV angeregt� Diese kann ein wichtiges Binde- glied bei der Frühphasen-Finanzierung innovativer Grün- dungen mit Risikokapital sein, bevor eine Finanzierung über Beteiligungsfonds erfolgt� So kann aus dem Sti ungsver- mögen der Wissenscha ssti ung MV gGmbH bereitgestelltes Risikokapital durch private Mittel aufgestockt und Gründern, gegebenenfalls gegen eine Unternehmensbeteiligung, als Risikokapital in einer frühen Phase des Gründungsvorhabens zur Verfügung gestellt werden� Entsprechendes Sti ungskapi- tal sollte durch das Land bereitgestellt werden� Einen vielversprechenden Ansatz zur Förderung innovativer Ideen bietet ein „Budget für Talente“� Mit dem „Budget für Talente“ würden die bisherigen Förderinstrumente um einen neuen Ansatz ergänzt� Zuwendungsempfänger einer ent- sprechenden Förderung wäre nicht mehr ein Unternehmen oder eine Wissenscha seinrichtung, sondern eine einzelne Person mit ihrer Idee� Die Förderung wird an klare Ziele und Meilensteine geknüp � Dem geförderten „Kopf“ steht es jedoch in der Umsetzung frei, mit dem Budget selbst eine Unternehmung zu gründen oder etwa an eine wissenscha - liche Einrichtung des Landes zu gehen, um die vereinbarten Ziele zu erreichen� Eine entsprechende Unterstützung würde auch Akteuren zur Verfügung stehen, die bisher nicht im Land leben oder arbeiten, sofern sie mit der Förderung im Land tätig werden� Eine solche auf Exzellenz ausgerichtete Förderung stärkt den Wettbewerb um die besten Köpfe unter den Forschungseinrichtungen des Landes� Für die Umsetzung würde sich die Wissenscha ssti ung MV anbieten� Weitere private Sti ungen könnten als Geldgeber gezielt angespro- chen werden�

RkJQdWJsaXNoZXIy NTI3Ng==