Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
92 BioCon Valley ® GmbH HANDLUNGSFELD 2: PERSONELLE VORAUSSETZUNGEN UND BILDUNGSINFRASTRUKTUR Digitale Kompetenzen aller Fachkrä e in der Gesundheitswirt- scha sind eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Digitalen Transformation� Schwerpunkt in diesem Hand- lungsfeld ist der Au au und die Umsetzung eines Rahmenwer- kes für die Vermittlung digitaler Kompetenzen für Fachkrä e, insbesondere im Gesundheitswesen (siehe auch Kap� 4�3�3)� Dies muss zur Grundlage haben: Was bedeutet es, digital kompetent zu sein? Welche Kenntnis- se und Fähigkeiten stecken hinter der digitalen Kompetenz? Antworten darauf gibt der Europäische Referenzrahmen für digitale Kompetenzen, European Digital Competence Frame- work for Citizens „DigComp 2�1“ 110 , der vom Joint Research Center im Au rag der EU-Kommission und mit Unterstützung der Mitgliedstaaten entwickelt wurde� Für die Entwicklung von Digitalen Kompetenzen in Gesund- heitsberufen muss das Referenzrahmenwerk auf digitale Kompetenzen in Gesundheitsberufen angepasst werden und kann dann als Rahmenwerk verwendet werden� Als weitere Basis sollen au auend auf den Ergebnissen des ERASMUS+ Sector Skills Alliances Projektes „Digital & Innova- tion Skills Helix in Health“ 111 Schulungskonzepte für die multi- professionelle Zusammenarbeit entwickelt und umgesetzt werden� Das grundlegende Konzept besteht aus einem Triple Helix-Ansatz bei dem Hersteller, Gesundheitsdienstleister und Bildungseinrichtungen eng zusammenarbeiten, um digitale Technologien in der Gesundheitswirtscha in die Anwendung zu bringen� Neben der Erstausbildung geht es hierbei primär um die Weiterbildung und Quali zierung von Fachkrä en, die sich bereits in der Berufsausübung be nden� Der schnelle di- gitale Wandel erfordert ein lebenslanges Lernen� Dafür werden berufsbegleitende Bildungskonzepte benötigt, die berufsgrup- pen- und branchenübergreifend umgesetzt werden� Die Ziele sind: Verbesserung der Innovationsbereitscha aller Beteiligten, Vermittlung digitaler Kompetenzen, Verbesserung der multiprofessionellen Zusammenarbeit� Dafür sind einzubeziehen: Bildungseinrichtungen wie z� B� Pflegeschulen, Hochschulen, Digitale Innovationszentren, Wirtscha , Gesundheitsdienstleister� Neben den digitalen Kompetenzen von Fachkrä en primär im Gesundheitswesen müssen auch businessorientierte digitale Kompetenzen vermittelt werden� Diese umfassen Kenntnisse im Bereich digitaler Geschä smodelle, Wissen über Plattform- ökonomie im Gesundheitswesen ebenso wie Unterstützungs- 110 Vgl.Carretero Gomez S. et. al., DigComp 2.1: The Digital Competence Framework for Citizens with eight proficiency levles and examples of use, 2017, doi: 10.2760/38842. 111 Vgl. Link: https://www.dishproject.eu/ (Zugriff am 21.04.2021). 112 EntreComp: The Entrepreneurship Competence Framework, Vgl. Link: http://europa.eu/!kR69Tb (Zugriff am 02.06.2022). möglichkeiten für Start-ups� Einen Rahmen hierfür kann das Entrepreneurship Competence Framework („EntreComp”) der Europäischen Kommission bieten� 112 Im Einzelnen sollten folgende Aktivitäten umgesetzt werden: • Kooperation mit Schulen (z� B� Schülerpraktika) mit spezieller Ausrichtung auf digitale Kompeten- zen im beruflichen Umfeld • Studiengänge und Ausbildungseinrichtungen um Vermittlung digitaler Kompetenzen in allen Gesundheitsberufen erweitern, ggf� neue Ausbil- dungen und Studienrichtungen • Ausbildung für den Bedarf an eigenen Nachwuchs- krä en anregen
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