Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030
54 BioCon Valley ® GmbH PROJEKT 3: THEMA GESUNDERHALTUNG, TELEMONITORING Die Gesunderhaltung und damit Vermeidung von Kosten für das Gesundheitssystem ist ein notwendiger Beitrag jedes Einzelnen, um unser Gesundheitssystem langfristig auf hohem Niveau aufrecht erhalten zu können� Der Breitband- ausbau, neue digitale Produkte zum Messen von Vitalwerten sowie Methoden der KI zum Auswerten von großen Daten- mengen ermöglichen neue Versorgungskonzepte� Mit dem Ziel der Gesunderhaltung, der Begleitung von Chronikern und dem frühzeitigen Entdecken von gesundheitlichen Problemen sollen Systeme aus dem Bereich Telemonitoring und Telecoa- ching implementiert werden� Bei allen digitalen Anwendungen ist Interoperabilität eine zwingende Vorgabe� Alle Plattformen sollen o en gestaltet werden mit o enen Schnittstellen� Falls o ene Standards ver- fügbar sind, z� B� über das Interoperabilitätsverzeichnis vesta auf Bundesebene 74 , sollen diese angewendet werden� HANDLUNGSFELD 4: VERMEIDUNG SOZIALER ISOLATION Soziale Isolation hat einen negativen Einfluss auf die Ge- sundheit und erhöht das Sterblichkeitsrisiko� Die Integration insbesondere älterer Menschen ist eine gesamtgesellscha - liche Aufgabe� In diesem Kontext ist darauf zu achten, dass neue digitale Angebote die bestehenden Kontaktmöglich- keiten nicht verdrängen und so die Gefahr sozialer Isolation erhöhen� Neue digitale Kommunikationsmöglichkeiten wie Videotelefonie oder digitale Organisationsmöglichkeiten 74 Vgl. Online-Plattform vesta Standards, Link: https://www.buurtzorg.com/ (Zugriff am 23.03.2021). 75 Vgl. Link: https://www.buurtzorg-deutschland.de/ (Zugriff am 23.03.2021). 76 Vgl. Link: https://nyby.de/ (Zugriff am 23.03.2021). 77 Carretero Gomez S. et. al., DigComp 2.1: The Digital Competence Framework for Citizens with eight proficiency levles and examples of use, 2017, DOI: 10.2760/38842. über regionale Plattformen können aber auch helfen, Einsam- keit und soziale Isolation zu vermeiden� Ein Fokus sollte hier- bei auf die Stärkung des nachbarscha lichen Engagements sowie regionale Angebote zur Vernetzung gelegt werden� Ein gutes Beispiel dafür ist das Buurtzorg ® Modell aus den Nie- derlanden 75 � Wie nachbarscha liche Hilfe digital koordiniert werden kann, zeigt auch das Nyby-System aus Norwegen 76 � Diese Modelle leben von der digitalen Koordination über eine Plattform und die dazugehörige App� Ohne die notwendigen (digitalen) Kompetenzen können solche Lösungen aber nicht genutzt werden� Voraussetzung sind daher die notwendigen digitalen Kompetenzen sowohl bei Fachkrä en als auch in der Bevölkerung� Beides lässt sich nur durch eine strategische Entwicklung und begleitende Bildungsangebote erreichen (siehe Kap� 5�1)� Schwerpunkt in diesem Handlungsfeld ist daher die Fachkrä e-, Aus- und Fortbildung sowie die Kompetenzentwicklung in der Bevöl- kerung� Als Referenzrahmen für die Kompetenzbildung kann der Europäische Referenzrahmen für digitale Kompetenzen (European Digital Competence Framework for Citizens „Dig- Comp 2�1“ 77 ), der vom Joint Research Center im Au rag der EU-Kommission und mit Unterstützung der EU-Mitgliedstaaten entwickelt wurde, nach entsprechender Anpassung, genutzt werden (siehe Kap� 5�2�2)� Näheres dazu ist im Querschnitts- feld „Digitale Transformation“ dargestellt (siehe Kap� 5�2)� Für die Bevölkerung soll ein ö entlich zugänglicher Kurs entwickelt werden (MOOC – Massive Open Online Course)� Zusätzlich soll das Thema mit einer Informationskampagne begleitet werden� VERMEIDUNG SOZIALER ISOLATION
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