Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

21 Masterplan Gesundheitswirtscha - Mecklenburg-Vorpommern 2030 Die Fortschreibung des Gestaltungsfeldes „Life Science“ ist mit seinen Zielen, Handlungsfeldern und Initiativen eng an das im Rahmen der „Regionalen Innovationsstrategie für Intelligente Spezialisierung 2021 – 2027 (RIS)“ korrespondierende Aktionsfeld „Medizintechnik und Biotechnologie“ angelehnt. Die RIS wurde am 15.10.2020 durch den Strategierat "Wirtscha -Wissenscha MV" beschlossen. Sie zielt darauf ab, MV als Forschungs- und Technologiestandort weiter zu pro lieren und die Schwerpunkte in den förderpolitischen Anstrengungen der Landesregierung zu setzen. Die RIS bildet die Grundlage für die Förderung im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in der Förderperiode 2021-2027. In einem parallelen Prozess wurden die Inhalte des Gestaltungsfeldes „Life Science“ für den Masterplan 2030 durch die Strategiegruppe I des Kuratoriums Gesundheitswirtscha MV erarbeitet. Zielstellung dieses Prozesses war es, die Schwerpunkte des Gestaltungsfeldes „Life Science“ mit der RIS abgestimmt zu entwickeln und gleichzeitig das breitere Spektrum des Gestaltungsfeldes im Masterplan 2030 abzubilden. Dazu wurden wesentliche Inhalte der RIS übernommen und um zusätzliche Zielstellungen und Maßnahmen ergänzt. Diese zusätzlichen Maßnahmen des Masterplan 2030 fallen nicht in die förderpolitische Schwerpunktsetzung der EFRE-Förderung. Vielmehr sind geeignete Finanzierungsmöglichkeiten für diese zu erschließen. Zur besseren Unterscheidbarkeit und klaren Abgrenzung sind die übernommenen Inhalte der RIS jeweils durch Hervorhebungen oder Textboxen gekennzeichnet. Die Umsetzung des Gestaltungsfeldes im Masterplan 2030 erfolgt im Austausch zwischen der Strategiegruppe I „Life Science” des Kuratoriums Gesundheitswirtscha MV und dem Board des Aktionsfeldes „Medizintechnik und Biotechnologie“ der RIS. 4.1.2. Spezi sche Herausforderungen und Entwicklungsziele des Gestaltungsfeldes Trotz der erfolgreichen Implementierung von starken Kom- petenzzentren und dem Auf- und Ausbau von Expertisen bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen steht das Gestaltungsfeld „Life Science“ vor erheblichen Herausforde- rungen� Bedingt durch die Kleinteiligkeit und Fragmentierung der Wirtscha ist der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte unzureichend� Den relativ kleinen Unternehmen fehlen häu g entsprechende Ressourcen für diese Aufgaben� Damit geht eine niedrige Patentdichte ein- her� Trotz erfolgreicher Leuchttürme mit teilweise weltweiter Sichtbarkeit fehlt es an großindustriellen Wachstumskernen mit den Möglichkeiten für langfristige Forschungs- und Ent- wicklungskooperationen� Fehlende Ressourcen resultieren nicht selten in einen lang- samen, teils unzureichenden, bidirektionalen Austausch zwischen Forschenden und den Unternehmen, sodass bereits die Passfähigkeit zwischen Forschungsangebot und -nachfra- ge teilweise nicht gegeben ist� Die klinische Entwicklung, Bewertung und Zulassung von neuen Medizinprodukten wird angesichts einer steigenden Regulierungsdichte (Medical Device Regulation und In-vi- tro-Diagnostics Regulation) und langwierigen Verfahren zum Engpass� Der Fachkrä emangel erfordert gerade für ein hochan- spruchsvolles Segment in einem dünn besiedelten Flächen- land völlig neuartige Lösungsansätze� Die Chancen der Digitalisierung sind unbestritten, allerdings werden die Möglichkeiten in einem strukturschwachen Wirt- scha sraum wie MV bisher nicht ausreichend genutzt� Dies liegt nicht zuletzt an den fehlenden infrastrukturellen Voraussetzungen� Die Digitalisierung ist Chance und Hebel für die Weiterentwicklung der Region� Die Langzeitauswirkungen der Corona-Pandemie werden zu unvorhergesehenen Herausforderungen und Entwicklungs- möglichkeiten für die Unternehmen der Branche führen� Dies wird wahrscheinlich in einigen Bereichen auch eine Verringerung der ohnehin kleinen Forschungsetats nach sich ziehen� Umso wichtiger ist die Rolle der Förderung von For- schung und Entwicklung durch das Land, den Bund und die Europäische Union� Die Corona-Pandemie hat auch deutlich gemacht, dass im Bereich der Herstellung von Impfsto en, Medikamenten, Wirksto en und deren Vorprodukten sowie der medizinischen Schutzausrüstung größere Kapazitäten vorgehalten und mehr Unabhängigkeit gegenüber außer- europäischen Unternehmen sichergestellt werden sollten� Der Au au z� B� eines Clusters Textile Gesundheitswirtscha könnte eine Antwort sein� Zu den Stärken des Gestaltungsfeldes Life Science zählen die vielseitig aufgestellten und leistungsfähigen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen� Diese bie- ten eine Kombination von Lebens- und Ingenieurwissenschaf- ten sowie eine hohe Ausbildungs- und Methodenkompetenz� Das Land verfügt nicht nur über Leuchttürme mit erfolgreich agierenden Unternehmen, sondern auch über bestehende Exzellenzzentren mit hoher technischer Kompetenz� Die Chancen dieses Gestaltungsfeldes mit seiner hohen gesellscha lichen und wirtscha lichen Relevanz für eine zu- kun sfähige Entwicklung gilt es, für das Land zu nutzen� Aus den dargestellten Herausforderungen, Stärken und Chancen und mit Blick auf die Vision der Gesundheitswirt- 4. STRATEGISCHE GESTALTUNGSFELDER DER GESUNDHEITSWIRTSCHAFT

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