Masterplan Gesundheitswirtschaft 2030

108 BioCon Valley ® GmbH 5.5. Nachhaltigkeit/ Biologische Transformation 5.5.1. Spezi sche Herausforderungen und Entwicklungsziele des Querschnittsbereichs Mit der bereits 2015 von der UN verabschiedeten Agenda 2030 und der Festlegung der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (sog� Sustainable Development Goals) 128 wurde das Bestreben der Bewahrung einer dauerha en natürlichen Lebensgrundlage von der Weltgemeinscha manifestiert� Zu den in der Agenda vereinbarten Zielen gehören auch die weltweite Sicherung der Ernährung, der Gesundheit und des Wohlergehens sowie ein nachhaltiges Wirtscha en� Auf Bundesebene wurde zur Umsetzung dieser Ziele die Deut- sche Nachhaltigkeitsstrategie 129 entwickelt� Die nachhaltige Bioökonomie liefert eines der wichtigsten Konzepte für diese Strategie durch eine wissensbasierte Erzeugung und Nutzung nachwachsender Ressourcen, um Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in allen wirtscha lichen Sektoren im Rah- men eines zukun sfähigen Wirtscha ssystems bereitzustel- len 130 � Die Bioökonomie bietet somit auch die Möglichkeit, die Gesundheits- und Ernährungswirtscha für die Zukun nachhaltig zu gestalten und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen� In MV sind durch die vorhandenen Universitäten, Hoch- schulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen entsprechende Kompetenzen vorhanden, um als Bundesland diesen Ansatz zu verfolgen� Die fortschreitende Ökologi- sierung der modernen Landwirtscha ist ein mittelfristiger Prozess, welcher noch zu de nierende klare Zielsetzungen und Maßnahmen zur Begleitung der landwirtscha lichen Be- triebe und der Agrarforschung umfassen muss� Sie bietet das Potenzial für eine nachhaltige Produktion nachwachsender Rohsto e� In diesem Zusammenhang wird die Entwicklung von Verfahren und Dienstleistungen, die im Beziehungs- dreieck Mensch-Tier-Umwelt angesiedelt sind, die Heraus- forderung für unser Bundesland sein� Diese adressieren umfangreiche Aspekte, wie nachhaltige und wertschätzende Ernährung, Lebensmittelsicherheit, Mensch- und Tiergesund- heit, Wirksto forschung, Entwicklung von Präventionsstrate- gien, ö entliche Gesundheit, Ernährung, Wirkungsketten und Adaptationsmechanismen� Im Fokus steht dabei der Mensch mit seinem Ressourcenverbrauch in seiner Wechselbezie- hung mit der Umwelt� Um den damit verbundenen notwendigen Technologietrans- fer zu verstetigen und die Kommerzialisierung von For- schungsergebnissen voranzutreiben, sind Forschungs- und 128 Vgl. Link: https://www.bmz.de/de/themen/2030_agenda (Zugriff am 31.03.2021). 129 Vgl. Link: https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/nachhaltigkeitsstrategie-2021-1873560 (Zugriff am 15.02.2022). 130 Vgl. Link: https://www.bmel.de/DE/themen/landwirtschaft/bioeokonomie-nachwachsende-rohstoffe/ueberblick-biooekonomie.html (Zugriff am 15.02.2022). Transfereinrichtungen langfristig zu etablieren� Daneben sind die wirtscha snahen Wissenscha sstrukturen weiter auszu- bauen� Die Entwicklungsziele , die in diesem Querschnittsbereich verfolgt werden, sind: 1. Unterstützung der gesamten Gesundheitswirt- scha in MV bei der biologischen Transformation 2. Etablierung einer Kreislaufwirtscha in der Bran- che mit Sto kreisläufen auf Basis vorhandener Rohsto e 3. Beachtung des Zusammenspiels der Gesundheit von Tier, Mensch und Umwelt („One-Health“-Ansatz) 5.5.2. Handlungsfelder und Vorhaben zur Entwicklung des Querschnittsbereichs Für eine biologische Transformation und Weiterentwicklung der Gesundheitswirtscha MVs im Sinne der Bioökonomie sind drei Handlungsfelder zentral� Hierbei spielen auch die Querschnittsbereiche „Innovationen, Technologietransfer“ (siehe Kap� 5�3) und „Ausbildung, Weiterbildung, Fachkrä e- gewinnung“ (siehe Kap� 5�1) eine Rolle� HANDLUNGSFELD 1: LANDES-BIOÖKONOMIESTRATEGIE Für eine lebenswerte Zukun sind Innovationen notwendig, die Umweltaspekte, wirtscha liche und gesellscha liche Interessen berücksichtigen� Dieser Ansatz wird auch in MV erfolgreich verfolgt� Die Forschungs- und Arbeitsschwerpunk- te in den bioökonomisch wesentlichen Handlungsfeldern wurden in den letzten Jahrzehnten durch kreative Arbeit der Akteure in Wissenscha und Praxis in MV regional unter- schiedlich gesetzt (vgl� Abbildung 10)� i Die Bioökonomie bietet somit auch die Möglichkeit, die Gesundheits- und Ernährungswirtscha für die Zukun nachhaltig zu gestalten und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen�

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