DMEA 2024: Next Level of Digital Health

Die DMEA zählt zu Europas wichtigsten Veranstaltungen für Digital Health. Vom 9. bis 11. April 2024 trafen sich über 16.000 Expert:innen aus der digitalen Gesundheitswirtschaft auf dem Gelände der Messe Berlin. Dazu zählten über 750 nationale und internationale Hersteller, (Bundes-)Länder, Verbände sowie zahlreiche Start-ups der Branche.  Die Organisation der jährlich stattfindenden DMEA – die Abkürzung steht für „Digital Medical Expertise & Applications“ – liegt in den Händen des Bundesverbandes Gesundheits-IT - bvitg e. V.

Zum ersten Mal stellte das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern auf der Messe aus – organisiert von der BioCon Valley® GmbH mit Unterstützung der Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern.

Landesgemeinschaftsstand Mecklenburg-Vorpommern: Digital Health made in Nordost

Der erstmals von der BioCon Valley® GmbH organisierte Landesgemeinschaftsstand Mecklenburg-Vorpommern war darauf ausgerichtet, die im Bereich Digital Health/E-Health aktiven Unternehmen des Bundeslandes gezielt zu positionieren und auf ihre Leistungen aufmerksam zu machen. Darüber hinaus bot der Landesgemeinschaftsstand insbesondere Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Möglichkeit, sich zu präsentieren und Geschäftsbeziehungen auf- und auszubauen.
Er war in Halle 5.2 mit der Standnummer „C-104“ auf einer Fläche von 68 Quadratmetern.

Besondere Unterstützung gab es vom BioCon Valley Mecklenburg-Vorpommern e. V.  Er ermöglichte eine „Start-up-Fläche“, die insbesondere ganz frischen Ideen und jungen Gründungen aus unserem Bundesland zugute kam.

 

Unsere Aussteller aus Mecklenburg-Vorpommern

Am Landesgemeinschaftsstand Mecklenburg-Vorpommern (Halle 5.2, C-104) stellten folgende sieben Unternehmen aus:

Amnexis Digital Solutions GmbH

Die Firma Amnexis Digital Solutions GmbH möchte zur Lösung der weltweiten personellen Engpässe von Krankenschwestern und Ärzten beitragen, indem es die die Dokumentationszeit um 50 Prozent und mehr reduziert und gleichzeitig eine Echtzeitsynchronisation von Patientendaten ermöglicht.
Hierzu hat es das 2019 in Irland gegründete Start-up eine sogenannte virtuelle Assistentin namens „EVA“ (Electronic Virtual Assistant) entwickelt. Diese Software ist einfach zu bedienen, intuitiv und zeitsparend für das medizinische Personal und erhöht gleichzeitig die Datenqualität und -tiefe. „EVA“ ermöglicht das automatische Ausfüllen von Formvorlagen und Protokollen, die Anpassung von Medikations-, Pflege- und Behandlungsplänen, Risikobewertungen, Integration von Vitaldaten aus Sensortechnologien, Erinnerungsfunktionen sowie die Echtzeitsynchronisation von Daten mit Backend-/Verwaltungssystemen.
„EVA“ löst darüber hinaus Sprachbarrieren, indem sie es ausländischen Pflegekräften ermöglicht, die App in ihrer Muttersprache zu verwenden, wobei die Daten in der Sprache des Landes bzw. der Gesundheitsorganisation erfasst werden.

Zweites Produkt des Unternehmens ist „QUIXXS“, eine Dialogassistenten-App, die Interaktionen zwischen medizinischem Personal und Patienten aufzeichnet und automatisch Untersuchungsberichte, Überweisungsschreiben, Zusammenfassungen von Vitaldaten und andere Formulare generiert.

Seit Januar 2024 ist die Tochterfirma Amnexis Digital Solutions GmbH im Greifswalder Z4 - Zentrum für Life Science & Plasmatechnologie niedergelassen.

DEJ Technology GmbH

Die 2016 in Rostock gegründete DEJ Technology GmbH ist ein IT-Unternehmen mit den Schwerpunkten kundenspezifischer Softwarelösungen sowie Navigationslösungen für Gesundheitswirtschaft, Einzelhandel und Öffentliche Einrichtungen.

Das junge Unternehmen hat 2021 zur Bewältigung der durch die Corona-Pandemie ver-schärften Personalsituation in Gesundheitseinrichtungen die Softwarelösung „Care Compass – Onboarding App for health worker“ entwickelt. Damit soll das sogenannte Onboarding neuer Mitarbeiter erleichtert und der hohen Fluktuation von Personen, die nicht gut eingearbeitet wurden, entgegengewirkt werden. Der „Care Compass“ stellt hierzu interne Abläufe, wichtige Informationen, Lagerung und Handhabung von medizinischen Geräten vereinfacht und schnell auffindbar durch Foto-Storys dar, wie man sie von WhatsApp oder Instagram kennt. Entwickelt wurde die App zusammen mit der Uni-versitätsmedizin Rostock.

Kernprodukt der DEJ Technology GmbH ist die patentierte Softwarelösung „Koopango“, ein Verfahren zum personalisierten Informationsaustausch. „Koopango“ ermöglicht es, einfach und sicher innerhalb von Gebäuden zu navigieren. Ob in Krankenhäusern, öffent-lichen Gebäuden, Museen oder im Einzelhandel – jeder erreicht zielgenau das Behand-lungszimmer, das gesuchte Büro oder das Geschäft. „Koopango“ funktioniert mit Ultra-schalltechnologie und ermöglicht dem Nutzer schon beim Betreten des Gebäudes, schnell auf alle relevanten Informationen zuzugreifen. Es wurde beim „2nd BMVI Startup Pitch 2017“ als eine der besten Ideen für Mobilität und digitale Innovationen vom Bundes-ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur ausgezeichnet.

 

 

EINO World GmbH

Das Start-up aus Bentwisch hat sich zum Ziel gesetzt, den Wissenstransfer in Unternehmen zu revolutionieren. Dazu ermöglicht es seine Softwarelösung „EINO“, auf einfachste Weise Wissen zu digitalisieren und vor allem, Wissen zu finden.

Das 2022 gegründete Unternehmen schafft den Erhalt des unternehmensinternen Know-how, indem komplexe Arbeitsprozesse oder auch simple Begleitaufgaben vom jeweiligen Unternehmen z. B. mit dem Handy abgefilmt und über die App „EINO“ in einen sicheren Cloudspeicher geladen werden. Die Datei wird anschließend mit den wichtigsten Schlagworten versehen, um die Inhalte wiederauffindbar zu machen. Ein solches Video kann mit anderen Formen der Wissensspeicherung wie Audiodateien, Fotos, Dokumenten, Notizen, Webseiten u. ä. kombiniert werden. Auf Wunsch werden die Videos automatisch übersetzt.
Damit profitieren Unternehmen, die ganz besonders auf Arbeitskräfte aus dem Ausland angewiesen sind. Sind die Dateien in der App „EINO“ hochgeladen, gibt es einen QR-Code, der sichtbar im jeweiligen Arbeitsumfeld angebracht werden kann. So lässt sich an Ort und Stelle mit einem handelsüblichen Smartphone genau dann das Wissen abrufen, wenn es benötigt wird.

 

Flody GmbH/sappsis

Die im Januar 2024 gegründete Flody GmbH stellt auf der DMEA seine Lösung „SAppsis“ vor. Diese App ermöglicht eine präzise Sepsisprüfung und -erkennung durch einen hochentwickelten Algorithmus und geführte Abfragen. „SAppsis“ bietet eine schnelle Einschätzung des Sepsisrisikos, berücksichtigt medizinische Faktoren und ermöglicht sofortige Maßnahmen – ein Schlüssel zur effektiven Minimierung der Auswirkungen von Sepsis und zum Retten von Leben.

Ziel ist es, die App als Digitale Gesundheitsanwendung zu zertifizieren. Dazu bietet „SAppsis“ schon jetzt konkrete Handlungsaufforderungen und eine Notfallkontaktfunktion. Bei potenziellem Sepsisrisiko gibt die App klare Anweisungen, von der Kontaktaufnahme mit medizinischem Fachpersonal bis zur Erste-Hilfe-Anleitung. Sie ermöglicht zudem die direkte Benachrichtigung vordefinierter Notfallkontakte für sofortige Unterstützung. Ent-wickelt wurde die Software von einem Team der Universität Greifswald aus den Bereichen Pflege, Gesundheitsmanagement, Jura, IT und Betriebswirtschaft.

MEDICATRIX - medical cartons

Das Schweriner Unternehmen Medicatrix produziert animierte Videos für die medizinische Kommunikation. Vor jeder Operation oder medizinischen/therapeutischen Maßnahme steht ein Aufklärungsgespräch. Dabei prasseln eine Vielzahl an Informationen auf Patienten ein, die zumeist medizinische Laien sind. Zusätzlich bleiben wichtige Fragen oft ungestellt.
Cartoons von Medicatrix sollen das verhindern. Die leicht verständlichen Animationsfilme im Zeichentrickstil vermitteln wichtiges Wissen und ermöglichen konkretere Fragen der Patienten. Darüber hinaus können sie jederzeit auch ohne ärztliche Begleitung abgespielt werden.

Zum Kundenkreis zählen Kliniken, in denen die Videos beispielsweise unterstützend der Vorbereitung von Operationen oder Behandlungen dienen. Auch niedergelassene Praxen der Anästhesie nutzen die Leistungen von Medicatrix, um Patienten niedrigschwellig in sogenannter Leichter Sprache und mehrsprachig aufzuklären. Europäische Krankenkassen bilden einen weiteren Kundenkreis des Unternehmens. Aktuell werden die Videos vorrangig in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingesetzt. Durch die technischen Möglichkeiten, Videos in beliebige Sprachen zu übersetzen, ist eine weltweite Vermark-tung möglich. Der Vertrieb der Videos erfolgt durch ein Lizenzmodell.

telmedicon GmbH

Die telmedicon GmbH ist eine inhabergeführte, auf Telemedizin spezialisierte Beratungsgesellschaft. Die beiden Gründer, die zuvor zwei universitäre Telemedizinzentren (Telemedizincentrum Charité Berlin sowie Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen) aufgebaut und geleitet haben, ließen sich 2022 in Neubrandenburg nieder.

Telmedicon konzentriert sein Beratungsangebot auf Leistungserbringer im Gesundheitswesen und auf Medizinproduktehersteller. Dabei unterstützt das Unternehmen bei der Konzeption, der Geschäftsmodellentwicklung, der Auswahl technischer Lösungen bis hin zur Umsetzung telemedizinischer Vorhaben in den organisatorischen Strukturen sowie bei der Akquise von Fördermitteln.

Z.A.S. Zentral Archiv Service GmbH

Das 1994 in Neubrandenburg gegründete Unternehmen Z.A.S. Zentral Archiv Service GmbH ist ein nationaler und internationalen Dienstleister (u. a. im Ostseeraum) für die pharmazeutische Industrie. Zu den Serviceleistungen des Unternehmens, eine Tochterfirma des globalen Logistikdienstleisters Rhenus, gehören die nach höchsten Sicherheitsstandards vollzogene Archivierung von Dokumenten, Proben und Arzneimitteln sowie die isothermische Archivierung und Biobanking bei +8° bis -196° Celsius.
Ebenso bietet Z.A.S. Möglichkeiten für weltweite Archivtransfers, temperaturgeführte Transporte, eine validierte Digitalisierung und eine elektronische Archivierung, die Sekundärverpackung von Arzneimitteln sowie die mögliche Produktion von pharmazeutischen Kleinserien.

Z.A.S. ist zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015, verfügt über GLP- und GMP-Zertifizierung und – eine Besonderheit – über eine Herstellungserlaubnis nach §13 Arzneimittelgesetz. Das Unternehmen hat hauseigene Kuriere und verwaltet weltweit den kompletten Document-/Sample-Lebenszyklus von Sicherungsgütern.
Auf der DMEA wird Z.A.S. seinen Bereich des Dokumenten- und Informationsmanagements vorstellen, bei dem es Verantwortung für mehr als zehn Milliarden Dokumente, Proben und Rückstellmuster von 15.000 Kunden im In- und Ausland hat.
Die dabei archivierten Daten und die daraus generierten Informationen sind wertvolle Güter. Der schnelle Zugriff auf sie ist oft noch nach Jahren, etwa zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, notwendig. Zugleich verfügt das Unternehmen über eine hohe Expertise in der GxP-konformen Digitalisierung von Schriftgut. Auf die zukunftssichere Verwahrung und Verwertung dieser beiden Themen hat sich Z.A.S. spezialisiert.

 

 

Als Einzelaussteller präsentierten sich auf der Messe zudem arztkonsultation ak GmbH aus Schwerin zusammen mit der Medventi GmbH aus Rostock, dieGWA Hygiene GmbH/Hypros aus Stralsund und die Hochschule Stralsund.

PaulNetzel

Referent Gesundheitswirtschaft // Internationales


+49 151 42 69 23 68

Umfassendes Kongressprogramm zu den Trends der Branche

Begleitet wurde die DMEA von einem umfassenden Kongressprogramm, auf dem die Trends der Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft thematisiert wurden.
So gehörten über 300 Vorträge zum begleitenden Messeprogramm, u. a. von Bundesminister für Gesundheit, Prof. Dr. Karl Lauterbach, von der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger, und von der Parlamentarischen Staatsekretärin beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Daniela Kluckert.

Hinzu kamen Keynotes und Diskussionsrunden mit Experten der digitalen Gesundheitswirtschaft. 2024 wurden die aktuellen Kernthemen der Branche angesprochen, u. a. zur Zukunft der Gesundheitsdatennutzung, zu telemedizinischen Behandlungs- und Versorgungsmodellen, zur Digitalisierung der Gesundheitsversorgung sowie zu Nachhaltigkeit/Green Health.

Nationale und internationale Beteiligung

Neben Mecklenburg-Vorpommern waren auch die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie Thüringen mit einem Landesgemeinschaftsstand auf der DMEA 2024 vertreten. Die Bundesländer Berlin und Brandenburg organisierten zusammen einen Zwei-Länder-Stand.

Darüber hinaus gab es auf der Messe internationale Pavillons aus Belgien, Dänemark, Finnland, Niederlande, Norwegen, Österreich und Schweiz.