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Symposium Gesundes Altern

Gesundes Alter(n): Physische und mentale Mobilität als Voraussetzung für eine Verbesserung der Lebensqualität im Alter - Rostock, 17. Juni 2016

Der menschliche Alterungsprozess ist gekennzeichnet von zunehmenden Einbußen auf organisch-anatomischer wie auch auf physiologisch-funktioneller Ebene. Allerdings sind diese Alterungsprozesse nicht alle genetisch determiniert und unwiderruflich. Forschungen haben gezeigt, dass die neuronale Plastizität des Gehirns es uns ermöglicht, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Ebenso gibt es Erkenntnisse über den Einfluss der Bewegung, also der physischen Mobilität, auf die kognitiven Fähigkeiten wie auch umgekehrt über den Zusammenhang zwischen geistiger Fitness und körperlicher Leistungsfähigkeit.

Während es auf wissenschaftlicher Ebene viele neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet gibt und die weitere Erforschung der Zusammenhänge dank neuester Technologien rasant fortschreitet, hinkt die praktische Umsetzung dieser Erkenntnisse in das alltägliche Leben stark hinterher.

In dem Symposium wurde die Plastizität, also die Beweglichkeit, des körperlichen und geistigen Alterns thematisiert sowie Projekte und Lösungsmöglichkeiten vorgestellt , die durch einen entsprechenden Lebensstil oder durch gezielte Interventionen die Reservekapazität des alternden Menschen ausschöpfen und somit positiv auf den Altersprozess einwirken.

Insbesondere neue Technologien wie medizinische Apps, Smartwatches und neue Sensoren bieten ein hohes Potenzial bezüglich Prävention und Therapie in Bezug auf physische und mentale Fitness. Ein besonderes Anliegen war es, die enge Vernetzung zwischen körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit deutlich zu machen und alltagstaugliche Angebote für unterschiedliche Lebenslagen vorzustellen.

Schlüsselwörter: Körperliches Altern - Kognitives Altern - Körperliche Aktivität - Plastizität - Lebensstil

Datum 17. Juni 2016 9:30-16 Uhr
Ort Universität Rostock, Aula, Universitätsplatz 1 (Lageplan)
Veranstalter BioCon Valley GmbH im Auftrag der Strategiegruppe "Gesundes Alter(n) des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft MV

Programm

ab 9.30 Uhr Registrierung und Kaffee
10 Uhr Grußwort
Prof. Dr. Wolfgang Schareck
Rektor der Universität Rostock, Präsident des Kuratoriums Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommern
Eröffnung
Prof. Dr. Stefan Teipel
Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Universitätsmedizin Rostock
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) 
Gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen der demographischen Alterung
Prof. Dr. Thusnelda Tivig
Universität Rostock, Leiterin des Departments Ageing of Individuals and Society (AGIS) der Interdisziplinären Fakultät
11 Uhr Dynamisches visuell-motorisches Sehtraining für Senioren (+ Filmbeitrag)
Prof. Dr. Georg Michelson
Universität Erlangen

Gutes Sehen und schnelle Reaktion sind entscheidend für viele Alltagsaktivitäten im Alter. Das dynamische visuell-motorische Sehtrainingssystem von talkingeyes&more® trainiert das visuelle System. Es verbessert das Distanz-Stereosehen, die 3D-Erkennungsgeschwindigkeit, die Sehschärfe und das Kontrastsehen. Dabei erfolgt das Sehtraining stehend vor einem 3D-Bildschirm, die Interaktion geschieht durch eine Gestensteuerung mit den Armen. Damit dient es der Demenzprophylaxe. Das System ist telemedizinisch an Ärzte angebunden, die den Trainingserfolg überwachen. Das dynamische visuell-motorische Sehtraining nutzt dabei neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Es wurde von erfahrenen Ärzten und Wissenschaftlern entwickelt und unterstützt Senioren auf dem Weg zu Mobilität und Unabhängigkeit. Das Sehtraining kombiniert motorisches und visuelles Training. Visuelle Aufgaben werden mit motorischen Reaktionen verknüpft und erhöhen damit den Effekt. Mit dem Trainingsprogramm wird sehr realitätsnah in der Bewegung das Distanz-Stereosehen, die 3D-Erkennungsgeschwindigkeit, die Sehschärfe und das Kontrastsehen trainiert.
11:30 Uhr Moderne Hilfsmittel-Entwicklung mit Ausrichtung auf Alter und Demenz
Alf Reuter
Mitglied des Vorstandes Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik

Hilfsmittel sollen den Einzelnen im Alltag unterstützen und eine wirkliche Hilfe sein. Andererseits dienen sie auch zur Gefahrenvermeidung und Angstreduktion. In der Demenzforschung hat es im Bereich der Wohnraumanpassung und der technischen Hilfsmittel einen großen Entwicklungsschub gegeben. Leider ist die Finanzierung über die gesetzliche Krankenkasse nicht immer gesichert.
12 Uhr MyRehab - Gesamtsystem für die telemedizinisch assistierte Rehabilitation
Dr. Michael John
Fraunhofer FOKUS

Um nach einem Unfall oder einer Krankheit wieder fit zu werden, sind in der Regel umfangreiche Rehabilitations- und Nachsorgeprogramme notwendig. Diese können sehr langwierig sein: Nach ersten therapeutischen Maßnahmen im Krankenhaus müssen die Patienten selbständig weiter trainieren, um einen nachhaltigen Therapieerfolg sicherzustellen. Um diesen Prozess zu unterstützen, entwickelt Fraunhofer FOKUS im Projekt MyRehab eine telemedizinisch assistierte Trainings- und Therapieumgebung für Prävention und Rehabilitation, die aus einer häuslichen und einer mobilen Komponente besteht. Die Trainings- und Therapieumgebung soll den Menschen wieder an Bewegung heranführen, Patienten bei der korrekten Ausführung von Therapieübungen nach einem Krankenhausaufenthalt helfen und chronische Krankheiten vermeiden.
12:30 Uhr Mittagspause
13:30 Uhr Das Demenzfreundliche Krankenhaus
Prof. Dr. Rainer Neubart
Altersmedizinisches Zentrum, Kreiskrankenhaus Wolgast (Geriatrie)
14 Uhr Diskussionsrunde mit den Referenten und Akteuren aus Mecklenburg-Vorpommern
Moderation: Andreas Markschies
Medizintechnik Rostock
Prof. Dr. Thomas Kirste
Fakultät für Informatik und Elektrotechnik, Universität Rostock (Informatik)
Prof. Dr. Stefan Teipel
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen, Universität Rostock (Psychiatrie)
André Huysmann
Kommunale Beratungsstelle Besser Leben durch Technik im Alter, Landkreis Vorpommern Greifswald (IT/Praxis)
Prof. Dr. Rainer Bader
Forschungslabor für Biomechanik und Implantattechnologie (FORBIOMIT), Universität Rostock (Forschung/Technik)
Roland Blank
Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (Bau/Wohnen)
15 Uhr Networking bei Kaffee und Snacks
16 Uhr Ende der Veranstaltung

Ausgezeichnet mit dem Silber Label der European Cluster Excellence Initiative (ECEI)

Finanziert wurde das Symposium aus Mitteln des Zukunftsfonds des Landes Mecklenburg-Vorpommern.