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Kompetenzzentrum Aquakultur

Die Potenziale der Aquakultur erschließen

Die Bedeutung der Aquakultur ist in den letzten Jahren stark gestiegen und wird auch zukünftig ein starkes Wachstumspotential aufweisen.

Die steigende Nachfrage nach Fisch als Nahrungsmittel lässt erwarten, dass bis zum Jahr 2030 ca. 50 Prozent des weltweiten Bedarfs aus Aquakulturen gedeckt werden müssen. Deutschlands Ressourcen für die Nutzung natürlicher Gewässer zur Aquakultur sind relativ gering. Hier liegen die Chancen in der Entwicklung und im Einsatz neuer, umweltfreundlicher Verfahren, wie den geschlossenen Kreislaufanlagen, die nahezu ortsungebunden betrieben werden können. Diese Technologie liefert ganzjährig Produkte, die den Markterfordernissen hinsichtlich Menge, Qualität und Produktsicherheit entsprechen.
In den letzten Jahren hat sich die Aquakultur zur Produktion von Afrikanischen Welsen auf Basis der Kreislauftechnologie in Mecklenburg-Vorpommern positiv entwickelt. Alle Anlagen nutzen regenerative Energieformen (in der Regel Biogas), um über geeignete Abwärmenutzungskonzepte das Produktionswasser zu erwärmen. Durch die Kombination der Kreislauf- und Biogasanlagen können die Produktionskosten um etwa 10 – 15 Prozent gesenkt werden. Erst durch diesen Ansatz ist es in der Regel möglich, Fisch bzw. Fischprodukte zu Marktpreisen zu produzieren und zu verkaufen.
Parallel zur technologischen Entwicklung ist es in Mecklenburg-Vorpommern gelungen, eine Vertriebs- und Marketingstruktur aufzubauen, die sich um Verarbeitung, Produktentwicklung und Vertrieb kümmert. Neben der guten wirtschaftlichen Entwicklung zeichnet sich auch ein erfolgversprechendes wissenschaftliches Umfeld an der Universität Rostock ab, die mit der Etablierung eines Masterstudiengangs zur Aquakultur ausreichend Nachwuchskräfte ausbilden kann.

Weiterer Ausbau der Aquakultur als Industriezweig

Um diesen Entwicklungsprozess weiter zu intensivieren, wird die Errichtung eines Technologie- und Kompetenzzentrums Aquakultur für Süßwasserfische in Wittenhagen bei Stralsund diskutiert. Mit diesem Kompetenzzentrum soll der wirtschaftliche Auf- und Ausbau der Kreislauftechnologie in Deutschland weiter vorangetrieben werden. Im Vordergrund stehen dabei der Einsatz weiterer regenerativer Energieformen und die Untersuchung des Einsparpotentials auf die Produktionskosten. Dazu sollen am Kompetenzzentrum verschiedene Energieträger zur Nutzung installiert werden, u. a. Wärmepumpen, Sonnenenergie (Photovoltaik, solarthermische Warmwassererzeugung), Blockheizkraftwerke (BHKW). Es gibt in Deutschland keine derartige Einrichtung, die den Faktor „Energie“ bei der wirtschaftlichen Fischproduktion derart berücksichtigt. Die gesamten Untersuchungen sollen am Kompetenzzentrum interdisziplinär durchgeführt werden.
Weitere wichtige Schwerpunkte des Technologie- und Kompetenzzentrums beinhalten u. a. Fragestellungen zur Produktion neuer Fischarten in Kreislaufanlagen, zur ganzjährigen sicheren Produktion von geeigneten Jungfischen, zur Produktionsoptimierung bzw. energetischen Reststoffverwertung und zur technischen und technologischen Weiterentwicklung von baulichen Komponenten wie Biofilter und Fütterungsautomaten.
Die Umsetzung des Zentrums ist bereits weit gediehen. Eine Machbarkeitsstudie wurde erstellt, die Planungen werden in enger Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aus der Forschung, den beteiligten Unternehmen, der Landesregierung und den Vertretern der Gemeinde detailliert.

Ausgezeichnet mit dem Silber Label der European Cluster Excellence Initiative (ECEI)

„Blaues Wachstum“ in Forschung und Innovation - Nationale Auftaktveranstaltung

Die Veranstaltung hat zum Ziel, potenzielle Antragsteller und Interessierte aus Deutschland über das Thema „Blaues Wachstum“ und die Fördermöglichkeiten in diesem Bereich in „Horizont 2020“ zu informieren. Vertreter der zuständigen Nationalen Kontaktstellen (NKS) der Bundesregierung berichten aus ihren jeweiligen Arbeitsprogrammen zum Thema „Blaues Wachstum“.

Rostock, 10. Dezember 2013
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Informationsmaterialien

>> Machbarkeitsstudie

 

 

Projektpartner

  • AIU Architekten- und Ingenieurunion Stralsund GmbH
  • BioCon Valley GmbH, Rostock / Greifswald
  • Fachhochschule Stralsund
  • Küste Consult - Jürgen Howe, Steinhagen
  • Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
  • PAL Anlagenbau GmbH, Abtshagen